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Langballigau : Mehr Schlafplatz für Touristen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Finn Jensen möchte die Kapazitäten seines Hotels „Ostsee-Anker“ in Langballigau verdoppeln.

Langballig | Auf der Sitzung der Gemeindevertretung Langballig Mitte November kamen sie kurz zur Sprache, die Planungen und Anregungen, ein Hotel in Langballigau zu erweitern und den Hafenbereich insgesamt aufzuwerten. Der Anstoß kommt von Finn Jensen, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Tina Kuhlei vor gut zwei Jahren den Gebäudekomplex mit dem Restaurant „Strandterrasse“ und dem Hotel „Ostsee-Anker“ kaufte. Während das Restaurant verpachtet ist, betreibt das Paar das Hotel nach umfassender Renovierung in eigener Regie.

Bei einem Gespräch konkretisierte Jensen, ehemals Flensburger Tourismuschef, seine Vorstellungen. Er möchte die Kapazität seines Hauses, das gegenwärtig über zwölf Zimmer mit 30 Betten verfügt, verdoppeln. Zu diesem Zweck soll auf der Westseite unmittelbar daneben – anstelle des vorhandenen kleinen Toilettengebäudes – ein Erweiterungsbau mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss errichtet werden. Dafür veranschlagt Jensen ein Investitionsvolumen von etwa 400  000 Euro. Mit der Erweiterung will er zugleich den Qualitätsstandard auf Drei-Sterne-plus- oder gar Vier-Sterne-Niveau anheben. „Vor der Tür treffen meine Gäste dann aber auf eine Ein-Stern-Infrastruktur“, sagt er.

Um diesen aus seiner Sicht vorhandenen qualitativen Missstand zu beheben, regt er verschiedene Maßnahmen an, um den gesamten Standort Langballigau aufzuwerten. Dazu gehöre erst einmal die Erweiterung des Seglerhafens auf der Grundlage eines Konzeptes, das ein Ingenieurbüro bereits im Jahr 2006 vorgelegt hatte. Vorgesehen seien dabei die Verlegung der Au, sodass sie nicht mehr durch den Hafen führt und dort Sedimente ablagert, sowie eine erhebliche Erweiterung der Liegeplatzkapazität durch das Verlegen der Nordmole in Richtung Meer. Weiterhin möchte Jensen die Seebrücke vergrößern und den „wenig gepflegten“ Strandbereich umgestalten. „Da reichen nicht fünf Strandkörbe“, findet der Touristiker. Zudem würden mehr Parkplätze benötigt. Er vermisse allgemein die Bereitschaft zur Weiterentwicklung in Langballigau. „Man versteckt sich hinter sich selbst, ohne die Möglichkeiten des Standortes zu erkennen.“

Jensen hat nach eigener Aussage noch keinen Bauantrag eingereicht. Er habe aber erste Vorstellungen für die Hotelerweiterung bereits mit Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen und dem Kreisbauamt in Schleswig besprochen. Der dort zuständige Mitarbeiter Frank Springfeld teilte auf Nachfrage mit, dass ein solches Vorhaben nicht ohne Bauleitplanung mit Änderung von Flächennutzungs- und einem eigens dafür erstellten Bebauungsplan möglich sei. Im Verlauf des Verfahrens würden unter anderem alle Träger öffentlicher Belange beteiligt, nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes, der in diesem Bereich einen hohen Stellenwert aufweise.

Der Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen steht nach eigener Aussage einer behutsamen Weiterentwicklung von Langballigau keinesfalls im Wege. Er will sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht zu dem Vorhaben äußern und verweist auf den Beschluss der Langballigauer Gemeindevertretung, ein Hafennutzungskonzept zu erstellen. Damit befasse sich der Ausschuss für Umwelt, Fremdenverkehr und Dorfentwicklung im Januar. In diesem Zusammenhang seien alle Interessierten und Beteiligten vor Ort, auch Jensen, eingeladen, ihre Vorstellungen einzubringen.



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erstellt am 11.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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