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Szene in Flensburg : Mehr Platz für die Rockmusik-Szene

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Roxy Concerts plant eine Verdoppelung des Angebots an Probenräumen - das Kulturbüro weiß von dem Mangel, doch kann nur bedingt helfen

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2017 | 07:00 Uhr

Es hat lange gedauert, aber jetzt ist es soweit. Seit Jahren schon will Mike Rossow, Inhaber und Betreiber des Roxy Concerts an der Mergenthaler Straße, weitere Proberäume bauen und sie an die örtliche Rockmusikszene vermieten. Doch irgendwie kam immer wieder etwas dazwischen, bis er zwei Häuser weiter fündig wurde. In einem großen Gewerbebau hat er das gesamte Obergeschoss gemietet und will hier in den kommenden Wochen und Monaten 15 bis 17 Proberäume unterschiedlicher Größe errichten. Für die ersten hat er schon Mieter.

Proberäume sind seit jeher Mangelware in Flensburg. „Offizielle“ Räume gibt es nur im Kühlhaus und im Roxy Concerts, seit kurzem ist das von der Deutschen Rockmusik-Stiftung umgebaute Toilettenhaus am Südergraben am Netz. Hier übt die bundesweit bekannte Band „Turbostaat“. Während jeder junge Klavierschüler und jede angehende Geigenvirtuosin zu Hause übt, braucht eine Band fast immer einen schalldichten, möglichst geheizten, trockenen und gut abschließbaren Probenraum.

All das gewährleistet Rossow mit seinem neuen Projekt. Anders als die Räume im Keller des Haupthauses erhalten die neuen eine Heizung; die Kosten sollen nach Verbrauch abgerechnet werden. In enger Abstimmung mit der Feuerwehr werde er alle Sicherheitsvorschriften beachten: Erster und zweiter Fluchtweg, Rauchmelder. Hilfreich sei, dass die Dachträger aus Stahlbeton seien. „Meine Probenräume sind die einzigen in Flensburg, die offiziell von der Feuerwehr abgenommen sind“, sagt er nicht ohne Stolz.

Um künftig in den Genuss städtischer Förderung zu kommen, hat er den Kulturverein Roxy gegründet. Die Stadt darf gewerbliche Anbieter nicht fördern. Mit Hilfe des Vereins und einer Förderung könnte er so beispielsweise einer jungen Band ohne Einkommen ermöglichen, trotzdem bei ihm einen Probenraum zu mieten. Er rechnet damit, dass im Frühjahr der erste Raum fertig ist; die weiteren will er nach Bedarf bauen. „Und der Bedarf ist eindeutig da“, sagt er.

Das Kulturbüro begrüßt die Initiative des Roxy Concerts. Dort ist der Mangel an geeigneten Probenräume seit Jahren bekannt. Zwar versuche man, befristet leer stehende städtische Gebäude zu nutzen, so Torge Korff,, Leiter des Kulturbüros. Doch da seien die baulichen Anforderungen in letzter Zeit gestiegen. So haben sich schon vor über einem Jahr die Ideen zerschlagen, die alte Bahnpost, die im Eigentum der Stadt ist und seit Jahren leer steht, für Proberäume zu nutzen.

Gespräche, so Korff, gebe es mit der Deutschen Rockmusik-Stiftung über den Bau weiterer Räume, doch konkret sei noch nichts. „Wir sind guter Dinge“, sagt Holger Maack, Geschäftsführer der Stiftung. „Es ist ganz klar, dass Flensburg mehr Übungsräume braucht.“ Verschärft werde die Situation durch den Wohnungsmangel. Im Zweifel fördert die Stadt eher den Wohnungbau. Zudem, so Maack, seien in Schleswig durch die Schließung eines Gebäudes Proberäume weggefallen; deren frühere Mieter suchen zum Teil auch in Flensburg nach neuen Möglichkeiten. Auch diese Nachfrage hat Mike Rossow bestärkt in der Absicht, jetzt loszulegen.

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