Sörup : Mehr Platz für die Friedhofsgärtner

Ein gemeinsames Dach verbindet den Neubau mit der ehemaligen Totenhalle: Mit den Baufortschritten sind Nils Lund (M.), Richard Krenz (l.) und Sascha Scholz zufrieden.
Ein gemeinsames Dach verbindet den Neubau mit der ehemaligen Totenhalle: Mit den Baufortschritten sind Nils Lund (M.), Richard Krenz (l.) und Sascha Scholz zufrieden.

Nach komplizierten Planungen gehen die Arbeiten für die Neubauten neben der Söruper Kirche nun zügig voran.

shz.de von
26. Juli 2018, 12:15 Uhr

Sörup | Im Söruper Ortskern gelegen aber nicht direkt im Blick der Öffentlichkeit – in einem eher unscheinbarer kleinen Bau aus Granitsteinen, wenige Meter vom Glockenturm entfernt, waren Friedhofsgärtner Richard Krenz und seine Mitarbeiter untergebracht. Eine unzureichende Unterbringung befand die Berufsgenossenschaft schon vor Jahren und forderte Abhilfe. Doch ein Umbau des bestehenden Gebäudes aus Granitsteinen erwies sich als nicht möglich.

Das Gebäude war nach dem Krieg entstanden, als sich die Söruper entschieden, eine Totenhalle zu errichten. Da die Halle der Kirche ähnelt sollte, sammelten sie Granitsteine, die behauen wurden und dann als Baumaterial dienten. Später wurde die Friedhofsgärtnerei dort untergebracht.

Weil das Gebäude direkt an die Kirche grenzt, gelten bei baulichen Veränderungen besondere Bestimmungen des Denkmalschutzes. Dies bedeutete eine besondere Herausforderung für den Architekten Nils Lund, dem der Kirchenvorstand den Auftrag zur Neugestaltung übertrug. Es galt bei der Umsetzung der geplanten baulichen Veränderungen zur Unterbringung der Friedhofsgärtnerei die historischen und architektonischen Vorgaben einzuhalten, über die Kirchenarchitekten und der Denkmalschutz wachen. Letztlich zeigte sich, dass ein neues und größeres Gebäude errichtet werden muss, um die Auflagen der Berufsgenossenschaft zu erfüllen.

Doch einen Neubau aus Granitsteinen zu errichten, kam nicht in Frage. Also löste Lund das Problem durch einen Neubau, der gut einen Meter neben dem alten Gebäude errichtet wurde. Verbunden sind Alt- und Neubau durch eine gemeinsame Dachkonstruktion. Zwischen beiden Gebäuden verläuft somit ein überdachter Weg, der durch den Dachüberstand bei schlechtem Wetter zusätzlich als Wetterschutz dient. „Durch diese Lösung konnten wir vertraute Wege beibehalten“, hebt Friedhofsgärtner Krenz hervor.

Um den Neubau an die bestehenden Gebäude anzupassen, wurde ein holländischer Verblendstein gewählt, der farblich dem Naturgranitstein von Kirche und Leichenhalle ähnelt. Die im hinteren Teil gelegenen Garagen die Fahrzeuge und das Werkzeug der Friedhofsgärtnerei wurde indes durch einen funktionellen Bau ersetzt. Auch dort kam der holländische Verblender zum Einsatz, um eine optische Verbindung herzustellen.

Friedhofsgärtner Krenz ist froh über die neuen Gebäude, bekommen er und seine Mitarbeiter dadurch einen Büroraum, ordentliche sanitäre Einrichtungen und zusätzliche Arbeitsräume. Und Pastor Sascha Scholz ist für die Kirchengemeinde zufrieden, dass das Dauerthema Friedhofsgärtnerei so zu einem guten Ende gebracht wird – und zugleich das historische Erscheinungsbild durch die neuen Gebäude nicht beeinträchtigt ist.

Bis zum Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, kündigte Nils Lund an. Die Kosten belaufen sich auf 430 000 Euro, von denen die politische Gemeinde Sörup 40 Prozent übernimmt.

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