Kommunalpolitik in Flensburg : Mehr kulturelle Bildung an Schulen

„Was sich unbedingt verbessern muss, ist die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat“, sagt Gabriele Stappert.
1 von 2
„Was sich unbedingt verbessern muss, ist die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat“, sagt Gabriele Stappert.

Gabriele Stappert (CDU) tauscht den Vorsitz des Kulturausschusses mit dem des Bildungsausschusses

shz.de von
12. Juli 2018, 06:36 Uhr

Die halbe Ratsversammlung ist neu, es gibt viele frische Gesichter in den Ausschüssen: Das Tageblatt nimmt dies zum Anlass, die neuen Gremien mit ihren Vorsitzenden und Mitgliedern vorzustellen. Heute: Gabriele Stappert (53/CDU), verheiratet und Mutter einer Tochter – zuletzt in der Immobilienwirtschaft, im Kunsthandel und als Kulturvermittlerin tätig. Die Fragen stellte Antje Walther.

Vor welchem persönlichen Hintergrund und mit welchen Erfahrungen haben Sie sich zur Übernahme des Bildungs- und Sportausschusses entschieden?

Die Entwicklung der Kita-Qualitätsoffensive und den Prozess um den offenen Ganztag an Grundschulen habe ich eng begleitetet. Durch das schulische Begleiten unserer Tochter im dänischen Schulsystem ist Bildung ein Dauerthema und Qualitätsförderung mein großes Anliegen. Privat sind wir im Flensburger Segelclub, und unsere Tochter spielt mit Leidenschaft Tennis im Mürwiker Tennisclub.

Warum haben Sie sich gerade für diesen Vorsitz zur Verfügung gestellt und nicht wie gehabt für den Kulturausschuss?

Der Wechsel ist den Mehrheitsverhältnissen nach der Kommunalwahl geschuldet. Ich habe mich für die Fortführung meiner Kulturarbeit zur Verfügung gestellt, denn die Arbeit im Kulturausschuss sowie als Vorsitzende im Kulturausschuss der Region Sønderjylland-Schleswig haben mir sehr viel Freude gemacht. Ich hätte mir für die CDU-Fraktion den Vorsitz für Planungs- und Kulturausschuss gewünscht.

Welche Veränderungen streben Sie an?

Was sich bei uns vor Ort unbedingt verbessern muss, ist die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat. Trotz großer Transparenz in den Entwicklungsprozessen müssen wir noch stärker für die Bürgerbeteiligung werben.

Was ändern die neuen Mehrheitsverhältnisse in Ihrem Ausschuss?

Der 16er-Ausschuss ermöglicht eine Fraktionsgewichtung, wie sie der im Rat entspricht und natürlich dem Wählervotum: Die vier starken Fraktionen verfügen über drei anstatt zwei stimmberechtigte Mitglieder und die kleinen Fraktionen über je ein Mitglied. Im Zwölfer-Ausschuss wäre das Verhältnis 2:1. Das entspricht nicht dem Wählerauftrag.

Welche Hauptthemen sehen Sie für die kommende Legislatur?

Die stetige Erneuerung unserer schulischen Infrastruktur und den Ausbau des offenen Ganztags. Vermutlich wird am Ende dieses gesellschaftlichen Prozesses der geschlossene Ganztag als Ziel definiert. Wir werden weitere Grundschulen bauen, und die historischen Gebäude der Gymnasien sollen modernisiert werden. Hier ist ein Anfang getan. Das benötigte Geld ist im Haushalt. Dasselbe gilt für die Sportentwicklungsplanung. Hier sind wir auf einem guten Weg. Nun wird das Stadion in Weiche auf eine temporäre Drittliga-taugliche Nutzung geprüft, das Stadion am Volkspark soll für den Breitensport modernisiert werden – auch hier sind zehn Millionen Euro in den Haushalt eingestellt – und im dritten Prüfauftrag geht es um ein neues Stadion am Flensburger Rand.

Welche Schwerpunkte möchten Sie setzen?

Mein Steckenpferd ist die kulturelle Bildung an Schulen. Vor allem an den sozial schwachen Schulstandorten konnten wir Kulturprojekte installieren. Hier möchte ich auch die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen unseren Theatern und den Schulen hinweisen. Auch für mehr Kooperationen zwischen deutschen und dänischen Schulen möchte ich hinwirken. Ein weiterer Schwerpunkt wird für mich in der Begleitung der Sportentwicklungsplanung liegen.

Was möchten Sie auf jeden Fall in den fünf Jahren im Ausschuss erreichen?

Ich möchte dazu beitragen, dass wir für die investiven Aufgaben mehr Fördermittel vom Bund generieren. Hier ist uns Unterstützung für die Erneuerung und den Neubau von Schulgebäuden zugesagt. Ich möchte an der inhaltlichen Qualitätsverbesserung unserer Schulen mitarbeiten und den Hochschulstandort im Bereich der Lehrerausbildung und der Ausbildung von Sozial- und Sonderpädagogen gestärkt sehen. Und ich wünsche mir für das 100. Jubiläumsjahr zur friedlichen Grenzziehung 1920-2020 eine deutsch-dänische Gartenschau entlang der Förde, mit vielen Kultur- und Sportveranstaltungen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen