Kinderbetreuung in Flensburg : Mehr Kita-Plätze kosten 3,9 Millionen Euro extra

Die jüngste Kita in der Fördestadt: die Kiku von Adelby1 am Hafermarkt. Viele der gut 60 Flensburger Kitas sind derzeit auf Mitarbeitersuche.
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Die jüngste Kita in der Fördestadt: die Kiku von Adelby1 am Hafermarkt. Viele der gut 60 Flensburger Kitas sind derzeit auf Mitarbeitersuche.

Ratsversammlung segnet Kita-Bedarfsplanung bis 2019 ohne Gegenstimmen ab.

shz.de von
21. Januar 2018, 15:54 Uhr

Um die Kita-Versorgungslücke in der Stadt zu schließen, könnte Bildungsfachbereichsleiter Wolfgang Sappert nach Lage der Dinge noch ein paar mehr Ostseeschulkitas gebrauchen. Nach der Kita-Bedarfsplanung bis 2019, die der Rat am Donnerstagabend einstimmig bei zwei Enthaltungen beschloss (RV-174/2017, 2. Ergänzung), werden bis Ende kommenden Jahres insgesamt 226 zusätzliche Plätze für unter Dreijährige benötigt sowie 440 Plätze für Kinder zwischen drei Jahren und Schulalter. Damit wird nach den Hochrechnungen des Rathauses der Bedarf aber nicht befriedigt sein: „Bis 2022 werden wir weitere gut 500 zusätzliche Plätze benötigen“, rechnete Sappert vor.

177 neue Betreuungsplätze für Krippenkinder seien bereits geplant – 147 davon bei freien Trägern sowie 30 von der Stadt selbst. Wenn alles umgesetzt werde, soll die Versorgungsquote unter drei Jahren bis 2019 auf 43,5 Prozent gestiegen sein.

Bei den älteren Kindergartenkindern, im sogenannten Elementarbereich, seien 436 neue Plätze in Planung. Davon entfielen 336 auf freie Kindergartenträger wie Kirche, ADS-Grenzfriedensbund, Adelby1 oder die dänischen Kitas. Immerhin 100 neue Kindergartenplätze will die Stadt selbst schaffen.

Mehr Plätze heißt aber nicht nur mehr Kinder, sondern auch mehr Erzieher, was sich in der Finanzplanung mit jährlich wachsenden Mehrkosten gegenüber 2017 (gut 21 Millionen Euro) im Millionenbereich niederschlägt. Nach Angaben Sapperts sei 2018 mit weiteren Kosten von 1,3 Millionen Euro zu rechnen, 2018 mit 3,9 Millionen zusätzlich und 2020 mit 4,3 Millionen Euro mehr.

Florian Matz (SPD) bezeichnete die Herausforderungen von Bau und Finanzierung riesengroß: „Wenn wir nicht dafür sorgen, dass die besten Bedingungen für unsere Kinder geschaffen werden, haben wir später viel höhere Kosten“, warnte der SPD-Vorsitzende.

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