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Kindertagespflege in Flensburg : Mehr Geld für die Tageseltern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburgs Rat verabschiedet neue Richtlinie über die Förderung von Kindern in der Tagespflege – das kostet die Stadt 550.000 Euro mehr.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Flensburg | Der Kindertagespflege in Flensburg steht ab sofort mehr Geld zur Verfügung. Die Ratsversammlung stimmte einem mühsam ausgehandelten Kompromiss zu, der die Stadtkasse jährlich mit zusätzlich 550 000 Euro belasten wird. Ulrich Mahler, Leiter des Fachbereichs Bildung, Sport und Kultur, hofft auf diesem Wege mehr Kontinuität in die von hoher Fluktuation geprägte Kindertagespflege zu bekommen.

Aktuell sind 67 Frauen und zwei Männer für die Tagesbetreuung von 252 Kindern zuständig. Die meisten dieser Kinder fallen in die Altersgruppe unter 3 Jahre, die einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte hätte. Vor diesem Hintergrund, dass zeigte die Diskussion im Rat, wird im Bereich der Kindertagespflege wichtige Arbeit geleistet.

Gleichwohl konnten sich die Betreuer, die in den Beratungsprozess mit eingebunden waren, in einem ganz wesentlichen Punkt mit ihren Vorstellungen nicht durchsetzen. Wäre es nach ihnen gegangen, hätte der Posten für laufende Geldleistungen auf 875 000 Euro angehoben werden müssen. Die Verwaltung hatte lediglich 220 000 Euro angeboten. Man traf sich bei jetzt 426 000 Euro in der Mitte und einigen hilfreichen Details mehr: So kann die Stadt jährlich 15 000 Euro Mietkostenzuschüsse für Tageseltern ausgeben, die für die Betreuung der Kinder Räumlichkeiten anmieten müssen. Neu ist auch eine Freihalte-Pauschale, die den Verdienstausfall bei Fernbleiben eines Kindes für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen ausgleicht.

Mahler machte keinen Hehl daraus, dass schon die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante mit einem Mehrbedarf von 324 000 Euro angemessen gewesen wäre. Der im zähen Verhandeln im Jugendhilfeausschuss schließlich gefundene Kompromiss ist immerhin noch deutlich günstiger als der Vorschlag der Tageseltern mit einem Volumen von gut einer Million Euro.

Ellen Kittel-Wegner (Grüne) war im Rat nicht die einzige, die das Ergebnis lediglich als Zwischenstand bewertet. „Ich bin der Ansicht, dass wir langfristig in der Kindertagespflege nicht um ein Angestellten-Modell herumkommen werden“, meinte sie. In der Abstimmung im Jugendhilfeausschuss seien die Interessen der Tageseltern von der Kita-Lobby überstimmt worden. Ein Grund, warum sie vor der Abstimmung nochmals eindringlich dafür warb, der teureren Variante B für das Model der Tageseltern zuzustimmen.

Auch Hubert Ambrosius (WiF) sieht mittelfristig eine weitere Besserstellung der Tageseltern kommen. Im Rat freilich war in letzter Sekunde dafür keine Mehrheit mehr zu bekommen. Heidemarie Winkelmann (CDU) verwies auf die harten Verhandlungen, die zwischen den Fraktionen geführt worden waren. Am Ende stehe jetzt ein guter Kompromiss. Das musste auch Kittel-Wegner einräumen. Mit dieser Richtlinie sei Flensburg Vorbild in Schleswig-Holstein, meinte sie. „Die meisten anderen Städte und Gemeinden haben so etwas nicht – und wenn doch, dann nicht in dieser Tiefe.“

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