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Bildungsausschuss : Mehr Geld für Betreute Grundschule

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Ganztagsangebot soll deutlich ausgebaut werden – denn immer mehr Kinder in den Klassen eins bis vier bleiben auch nachmittags in der Schule.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 13:40 Uhr

Immer mehr Grundschulkinder kommen mittags nicht nach Hause, sondern bleiben in der Schule. Seit der flächendeckenden Einführung des Offenen Ganztags auch bei den ganz Kleinen ist die Zahl der Kinder, die dieses Angebot annehmen, von 320 im Jahr 2010 auf 570 in diesem Jahr gestiegen; das ist etwa jedes vierte Grundschulkind. Jetzt soll ab 2014 deutlich mehr Geld für den Ganztagsbetrieb an Grundschulen ausgegeben werden.

Jedenfalls möchten das die Bildungspolitiker, die am Mittwoch einen entsprechenden Beschluss gefasst haben. In den beiden kommenden Jahren wollen sie zusätzlich 235 000 Euro für den Offenen Ganztag an Grundschulen ausgeben. Das scheint auch dringend nötig zu sein, denn zum Teil platzen die Angebote außerhalb des regulären Unterrichts aus allen Nähten. „Wir streben einen Personalschlüssel von 1:20 an“, sagte Martin Dietz vom Verein Betreute Grundschule, der an neun der zehn Grundschulen einen Großteil des Offenen Ganztags organisiert. Davon ist man heute offenbar noch weit entfernt; der Schlüssel liege teils bei über 1:30, so Dietz. Das bedeutet, eine Betreuungskraft ist für mehr als 30 Kinder verantwortlich.

Ganz anders sieht es da in den beiden Hort-Einrichtungen aus, die an der Hohlwegschule und der Waldschule eingerichtet wurden. Hier gelten die Vorschriften und Maßzahlen für Kinderhorts, und die schreiben deutlich höhere Standards vor. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir dieses Angebot haben“, sagt Bettina Barz, Schulelternbeiratsvorsitzende der Hohlwegschule. Für die Betreuung eines Kindes im Hort müssen Eltern allerdings 162 Euro im Monat berappen, dazu kommen 40 Euro für die Mittagsverpflegung.

Das Nebeneinander beider Angebote ist aus Bettina Barz’ Sicht kein Problem. Wer sein Kind nur sporadisch an einzelnen Tagen betreuen lassen will, sei mit dem normalen Ganztagsangebot, das durch den Verein gesichert werde, gut bedient. Insgesamt funktioniere der Offene Ganztag an der Hohlwegschule – „auch weil wir eine kleine Schule sind.“

An großen Grundschulen wie etwa der in Adelby kann das schon anders aussehen. Dort führte der große Andrang im vergangenen Jahr zu Raumnot, zum Teil sollen 80 Kinder in einem 45 Quadratmeter kleinen Raum betreut worden sein. Das ist zum Glück vorbei, denn es wurde ein Raum beim benachbarten SV Adelby angemietet.

Falls der Finanzausschuss am Donnerstag die Mehrausgaben absegnet, ist damit das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. „Es werden auch in Zukunft weitere Gelder dringend notwendig sein, um auf einen akzeptablen Betreuungsschlüssel zu kommen“, sagt Martin Dietz. Derzeit beschäftige der Verein Betreute Grundschule 34 Mitarbeiter – „allesamt Erzieherinnen und Erzieher oder Sozialpädagogische Assistenten.“ Da die Betreuung schon um 7 Uhr vor dem Unterricht beginnt, haben die Mitarbeiter, die mit Kontingenten von 19 bis 23,5 Stunden beschäftigt sind, zum Teil sehr ungünstige Arbeitszeiten.

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