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STEINBERGKIRCHE : „Mehr Frauen in die Politik“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Wanderausstellung im Verwaltungsgebäude Geltinger Bucht soll zu ehrenamtlicher Tätigkeit animieren.

Seit über zwei Jahrzehnten ist Kristiane Giese aus Rabel Gleichstellungsbeauftragte. Sie möchte mehr Frauen für eine Mitarbeit in der Kommunalpolitik gewinnen. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Während in Schleswig-Holstein der Frauenanteil in den gemeindlichen Parlamenten 25 Prozent beträgt, sind es in ihrem Zuständigkeitsbereich, dem Amt Geltinger Bucht, nur 18 Prozent. In den amtsangehörigen 16 Gemeinden haben die Männer das Sagen, in vier Gemeindevertretungen gibt es gar keine Frauen. „Woran liegt das?“, lautet deshalb die Frage von Kristiane Giese, die mit Blick auf die Kommunalwahl im Mai nächsten Jahres die Frauen ermuntert, sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik zu engagieren.

Kein leichtes Unterfangen, wie sich bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ im Amtshaus zeigte. Das Interesse war eher bescheiden und das spiegelt wider, dass es für Frauen nicht einfach ist, neben Beruf und Familie auch noch aktiv in der Gemeinde mitzuwirken. Dennoch: Die Gleichstellungsbeauftragte plädiert für eine paritätische Besetzung in den Gemeindevertretungen, denn immerhin sind rund die Hälfte der Bevölkerung Frauen.

Volle Unterstützung für ihre Forderungen fand Giese bei Amtsvorsteher Thomas Johannsen, in dessen Gemeinde Niesgrau eine Frau kommunalpolitisch mitmischt. Er verhehlte jedoch nicht, dass es schwierig sei, die Menschen für Gemeindepolitik zu begeistern. Man könne niemanden zwingen, sich zu engagieren. In diesem Punkt stimmte ihm die leitende Verwaltungsbeamtin Rosemarie Marxen-Bäumer zu.

Geltings stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Sörensen berichtete von ihren Erfahrungen in der Kommunalpolitik. Sie ist seit einem Vierteljahrhundert ehrenamtlich in der Gemeinde tätig. Als sich damals eine Wählergemeinschaft gründete, rückte sie darüber in die Gemeindevertretung ein. Derzeit sind von den 13 Gemeindevertretern vier Frauen.

Ehrenamtlich tätig ist auch Renate Nissen aus Dingholz – zwar nicht in der Gemeindevertretung, sondern als Vorsitzende des Kirchspielchronikvereins Quern-Neukirchen. Es sei wichtig, das aufzugreifen, was die Menschen bewegt. Ob sie sich am 7. Mai 2018 für die neu zu wählenden Gemeindevertretung bewirbt, habe sie noch nicht entschieden.

Die Gleichstellungsbeauftragte, der Amtsvorsteher und Geltings stellvertretende Bürgermeisterin hoffen, dass viele Frauen die Ausstellung besuchen, um sich zu informieren und sich für die Kommunalpolitik entscheiden. >

Die Ausstellung ist bis 13. Oktober während der Öffnungszeiten des Verwaltungsgebäudes zu sehen.




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