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Flensburger Tageblatt

19. August 2017 | 11:59 Uhr

Zuwanderung : Mehr Flüchtlinge in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburg hält an der dezentralen Unterbringung der Menschen fest. Dolmetscher für Ankömmlinge aus Eritrea fehlen.

Noch hat die Stadt keine Sammelunterkünfte für Flüchtlinge angemietet, geschweigen denn Zelte aufstellen müssen. Doch die Zahl der Menschen, die aus Kriegs- oder Krisengebieten oder anderen lebensbedrohenden Gründen ihre Heimat verlassen steigt. „In den vergangenen zehn Monaten waren es 100 Personen mehr“, mit diesen Worten beschreibt Clemens Teschendorf die wachsende Zahl an Flüchtlingen in Flensburg. Im Dezember 2013 registrierte die Verwaltung 152 Menschen, die um Asyl baten, in diesem Monat zählte sie 248 Flüchtlinge. Eine Menge, die auch den Mitarbeitern der Stadt inzwischen einiges abverlangt.

Die Situation bei den Unterkünften sei angespannter als im vorigen Jahr, sagt Clemens Teschendorf gegenüber dem Tageblatt. „Doch noch können wir an der dezentralen Unterbringung festhalten.“ In einer wachsenden Stadt sei Wohnraum generell nicht üppig vorhanden.

Für die Unterbringung von Einzelflüchtlingen oder einer Familie kann die städtische Ausländerbehörde derzeit auf 14 Standorte mit mindestens einer Wohnung zurückgreifen. Hilfreich sei in den Tagen nach Ankunft der Menschen vor allem das Hostel; dort könnten Flüchtlinge unterkommen, bis die Verwaltung eine Wohnung für sie gefunden habe. Die Kosten für die Unterkunft trägt zu 70 Prozent das Land zu 30 Prozent die Stadt. An absoluten Zahlen konnte Stadtsprecher Teschendorf die Werte gestern kurzfristig nicht festmachen.

Die Unterbringung ist nur eine Herausforderung für die städtischen Mitarbeiter. Eine weitere ist die Verständigung. Während für die Gespräche mit Syrern oder Afghanen – Länder, aus denen die meisten der Flüchtlinge kommen – Übersetzer, Studenten von der Universität und vereidigte Dolmetscher zur Verfügung stehen, können Menschen aus Eritrea derzeit noch auf Unverständnis stoßen. Ihr Land ist das jüngste auf der Liste der Herkunftsländer von Flensburgs Flüchtlingen. In dem nordostafrikanischen Land ist unter anderem Tigrinisch Amtssprache. Der einzige Dolmetscher sitzt nach Auskunft von Clemens Teschendorf in Hamburg. Die Flensburger Behördenmitarbeiter versuchen die Sprachbarriere mit Englisch zu umgehen oder mit einer Konferenzschaltung zwischen Flüchtling, Behörde und Dolmetscher. Auch deshalb sei es wichtig, Menschen aus dem selben Kulturraum zusammen unterzubringen, erklärt der Stadtsprecher.

Bisher waren es nach Schätzungen von Flensburgs Ausländerbehörde etwa 85 Prozent Einzelflüchtlinge und 15 Prozent Familien, die in die Fördestadt kamen. In den vorangegangenen acht Wochen registrierte die Behörde gleich mehrere Kleinfamilien. Für die nächsten zwei Wochen, jeweils Freitag, hätte das Landesamt für Ausländerangelegenheiten allerdings nur alleinstehende Männer angekündigt.

Noch kann die Stadt am bisherigen Verfahren der Unterbringung festhalten. „Wenn wir ehrlich sind: Wir wollen das Konzept der dezentralen Unterbringung erhalten. Aber irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir neu überlegen müssen.“ Doch noch gebe es keine Sammelunterkünfte.

Der Fachbereich Vermögen ist für die Akquise von Wohnraum zuständig und sucht vorherrschend Immobilien. Ansprechpartner ist Ina Kruse: kruse.ina@stadt.flensburg.de.

 

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erstellt am 31.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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