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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 09:37 Uhr

Zahlenwerk : Mehr Babys, mehr Beschäftigte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Sozialatlas untersucht die Bevölkerung Flensburgs in den Stadtteilen und zeigt Trends in vielen sozialen Themen

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 08:27 Uhr

Die Zahl der Geburten ist in Flensburg auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Der jetzt vorgestellte Sozialatlas nennt die Zahl von 877 für das Berichtsjahr 2012. Diese Zahl passt zum anhaltenden Bevölkerungswachstum, das von erheblicher Bedeutung für die Stadtplanung ist. Aktuell leben 90 179 Menschen in der Stadt – der höchste Stand seit 25 Jahren. Allerdings sind die Ergebnisse des Zensus von 2011, der bekanntlich zu deutlich niedrigeren Zahlen kommt, hier nicht berücksichtigt. Auf 70 Seiten beleuchtet der Sozialatlas die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur in den Stadtteilen – leider mit einem Jahr Verzug.

Nach zum Teil deutlichen Rückgängen in den Vorjahren gibt es auch wieder leichte Zuwächse bei der Zahl der Kinder und Jugendlichen (plus 125). Gewinner sind vor allem Jürgensby, Tarup und Weiche. Doch auch die Personen im erwerbsfähigen Alter sind mehr geworden; hier ist die Zahl um 356 auf 58 755 gestiegen.

Die Zahl der Beschäftigten erreichte 2012 den höchsten Stand seit über zehn Jahren. Innerhalb des Stadtgebiets sind aber erhebliche Verschiebungen erkennbar. Im Zehnjahresvergleich weisen die Neustadt (-7,8 %), die Westliche Höhe (-5,6 %) und Mürwik (-3,1 %) niedrigere Zahlen auf, wohingegen in Tarup (+40,0 %) und Weiche (+24,8 %) deutlich mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Wohnsitz haben. Das hat sicherlich mit den großflächigen Neubaugebieten in diesen Stadtteilen zu tun. Die Beschäftigungsquote betrug 2012 in Flensburg 29,3 Prozent und war damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Damit legt der Wert zum dritten Mal in Folge deutlich zu und erreicht wieder das Niveau von vor zehn Jahren.

Dazu passt die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Hier hat Flensburg die rote Laterne unter den kreisfreien Städten an Neumünster weiter gereicht und liegt jetzt mit einer Arbeitslosenquote von 10,4 Prozent zusammen mit Lübeck ganz knapp hinter Kiel (10,3 Prozent). Vor einem Jahr lag Flensburg mehr als einen Prozentpunkt hinter Kiel und Lübeck.

Die Zahl der Arbeitslosen ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Interessant ist die Betrachtung der Arbeitslosenquote in den Stadtteilen, die stark variiert. Sie lang 2012 in Tarup bei nur 2,3 Prozent, in der Neustadt hingegen bei 14 Prozent. Im Sozialatlas wird die Quote allerdings anders berechnet als bei der Agentur für Arbeit und ist dadurch etwas niedriger als die offizielle Arbeitslosenstatistik. Bei Menschen unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit in der Südstadt mit 16,4 Prozent am höchsten.

2012 lebten durchschnittlich 6659 Ausländer in Flensburg. Fast 20 000 Flensburger haben einen Migrationshintergrund (Zahl bezieht sich auf 2011). Die höchsten Quoten sind in der Nordstadt (30,4 %), Engelsby (26,7 %), der Altstadt (25,4 %) und der Neustadt (25,2 %) zu finden. Relativ wenige Migranten leben auf dem Sandberg (15,7 %), in Jürgensby (16,2 %) und in Tarup (17,4 %). Betrachtet man die Statistik für Kinder und Jugendliche unter 18, liegt die Quote in der Nordstadt bei über 40, in der Altstadt sogar bei 43 Prozent.

Deutlich angestiegen ist die Zahl der Asylbewerber, die Flensburg vom Landesamt zugewiesen wurden. Die Zahl derer, denen der Aufenthalt bis zur Klärung des Aufenthaltsstatus gestattet wird, erreichte zum 31.12.2012 mit 100 Personen den höchsten Wert seit 2008. „Stichtagszahlen geben die tatsächliche Entwicklung allerdings nur unzureichend wieder“, heißt es im Sozialatlas. Die Zahl der Neuzuweisungen ist seit 2008 von 6 auf 58 angestiegen; im Jahr 2013 wurden bis Ende November bereits 96 Asylbewerber neu zugewiesen. Bei 67 Personen wurde der Aufenthaltsstatus negativ beschieden, die Abschiebung allerdings ausgesetzt.

Eingebürgert wurden 2012 insgesamt 175 Personen; diese Zahl entspricht in etwa dem Niveau der Jahre seit 2008, als die Zahl wegen der Änderungen im Ausländerrecht deutlich zurückgegangen war.

 

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