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Mehr Aufmerksamkeit für den Flensburger Hafen

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Flensburg | Rader Hochbrücke, Bahnanbindung, Datenautobahn: Die Infrastruktur im nördlichsten Bundesland stand im Mittelpunkt beim Betriebs- und Personalrätefrühstück gestern in der "Jungen Harmonie", zu dem die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD und die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange eingeladen hatte. Als auch für Verkehr zuständiger Minister sieht sich Reinhard Meyer in diesen Tagen besonders gefordert: "Die Teilsperrung der Rader Hochbrücke ist ein Synonym für den Verfall der Infrastruktur in ganz Deutschland", betonte der 53-Jährige. "Was Infrastruktur angeht, sollte man mal den Wahlkampfrauch verpuffen lassen", forderte SPD-Direktkandidat Dirk Peddinghaus.

Simone Lange fasst das infrastrukturelle Dilemma zusammen: "Nach Flensburg führen eine Wasserstraße, eine Autobahn und eine Bahnanbindung, aber alle drei Dinge funktionieren nicht gut!" Dabei gehöre zu einer starken Wirtschaft einfach eine leistungsfähige Infrastruktur, weiß die 36-Jährige.

Christiane Krajewski, die erst im Juni für den Bereich Wirtschaft in das Kompetenzteam von SPD- Kanzlerkandidat Peer Steinbrück berufen wurde, erweiterte die Debatte auf die Datenautobahn, die in den Norden führt. Schließlich sei die Übertragungsrate für das Internet in ländlichen Regionen Deutschlands zum Teil schlechter als in Rumänien.

Auch dem Flensburger Hafen soll zukünftig mehr Aufmerksamkeit zuteil werden. Im Herbst sei ein Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium, der Kommune und den Betreibern der Stadtwerke geplant, um sich auf ein gemeinsames klares Konzept für den Hafen zu einigen. Meyer erläuterte: "Dann sollen auch die Unternehmen dabei sein, die den Hafen wirtschaftlich nutzen". Dass der Hafen einen Strukturwandel vor sich hat, dessen ist sich Meyer sicher: "Das betrifft ja auch die Werft". Über die ganz konkrete Zukunft der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft konnte oder wollte auch der Wirtschaftsminister nichts verraten. Zuletzt waren Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf der Werft nicht dementiert worden.

Neben den Infrastruktur-Problemen im Norden ging es bei der Betriebsrätekonferenz auch um die Themen Mindestlohn und Tariftreuegesetz. Wirtschaftsminister Meyer begrüßte die Gelegenheit, mit seinen Parteikollegen und den anderen Teilnehmenden "quer durch den Garten" diskutieren zu können. "Es war interessant, von den Betriebsräten direkt zu hören, wo der Schuh drückt", so Meyer. Dabei standen einige Themen ganz vorn an, wie der durch den demographischen Wandel drohende Fachkräftemangel in der Region.

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