zur Navigation springen

Flensburger Sommerlokale : Mehr Attraktivität für die Hafenspitze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit der Änderung des Bebauungsplans soll die Aufenthaltsqualität am Ostufer nachhaltig erhöht werden – doch nicht jeder ist damit zufrieden.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2017 | 06:07 Uhr

Es geht voran an der Hafenspitze. Mit der jüngsten Änderung des B-Plans soll die Attraktivität dieses touristisch herausragenden Bereichs noch einmal deutlich aufgewertet werden. Zum einen geht es um die beiden Freiflächen nördlich des Beach-Clubs, die künftig flexibler und vielseitiger genutzt werden können. Bislang wurde hier lediglich getrunken und gegrillt. Vorstellbar wären der Verwaltung zufolge aber auch Aktivitäten wie Tischtennis, Skateboard oder andere „temporäre Nutzungen“, für die man die Voraussetzungen schaffen will.

Mit dem überplanten Ostufer geht nun auch eine Planungssicherheit für die Betreiber des Beach-Clubs einher. „Wir richten uns jetzt für die nächsten fünf Jahre ein“, sagt Marco Grenz. 2016 hatte der Pächter des „Heimathafens“ nach verschiedenen Wechseln den Zuschlag für die Open-air-Gastronomie erhalten – eine Ausnahmegenehmigung zunächst für eine Saison. Ein längerfristige Konzession konnte nicht vergeben werden, da die Fläche ebenso wie die benachbarten Nischen mit Hilfe von Fördermitteln erstellt worden waren. Die daraus resultierende Bindungsfrist ist vergangenes Jahr ausgelaufen.

In Anbetracht erheblicher Investitionskosten sowie dem Aufwand mit Auf- und Abbau stellte die einjährige Vergabe für alle bisherigen Betreiber ein hohes unternehmerisches Risiko dar. „Das ist für ein Jahr, sprich 90 gute Tage, kaum zumutbar“, sagt Marco Grenz. Anschaffungen wie Hütte mit Tresen, Sand und Zäune, Licht, Pflanzen und Möbel hätten etwa 80  000 Euro verschlungen. „Mit dieser Investition jetzt bis 2021 planen zu können, ist ein Glücksfall für uns, aber auch eine Notwendigkeit“, sagt der 46-Jährige. Er will den Beach-Club rechtzeitig zu Ostern, am 13. April um 12 Uhr eröffnen, mit chilliger Musik, einer erweiterten Speisekarte (indische Küche) und den überwiegend gleichen Servicekräften wie im vergangenen Jahr.

Was ihn überdies freut, ist die Tatsache, dass die Hütte, die jetzt längsseitig zur Hafenpromenade steht, auch über die Wintermonate betrieben werden darf. „Da werden wir uns konzeptionell noch etwas überlegen.“

Konzeptionelle Überlegungen treiben auch Dirk Peters um, der seit 2015 den Betrieb des ehemaligen „East Side“ (jetzt „Backbord“) übernommen hat. Er will festgestellt haben, dass es nicht genügend gastronomische Plätze auf der Sonnenseite Flensburgs gibt. „Dieser Mangel führte in der Vergangenheit teilweise zu Tumulten um die Sitzplätze.“ Zu gern würde er seinen Betrieb um eine nördlich von seiner Wasserterrasse gelegene Nische erweitern, sie mit einem Holzfußboden ausstatten, um dort eine Verkaufsstand mit Fischbrötchen und Getränken zu installieren. Dort, so führt er an, würden bislang nur Segler parken, um ihre Boote zu bestücken. Doch seine Hoffnung, mit der B-Plan-Änderung seine Wirkungsbereich erweitern zu können, hat sich zerschlagen, weil sowohl die Gaststätte „Heimathafen“ als auch sein Bistro von der künftigen Bauleitplanung nicht erfasst wird. Peters reagiert mit Unverständnis: „Es werden Hotels gebaut, so dass immer mehr Gäste die Stadt besuchen. Doch die müssen manchmal an der Kaimauer sitzen – mit einer Dose Bier in der Hand, weil es kein gastronomisches Angebot mit entsprechenden Kapazitäten gibt.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen