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Kurt-Tucholsky-Schule : Mega-Mensa für 1300 Schüler

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Kurt-Tucholsky-Schule plant ganz neue Wege in Sachen Schulverpflegung. Stadt soll bis zu 100 000 Euro sparen.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 05:33 Uhr

Flensburg | In der Mensa gibt es heute Kotelett, Kartoffeln, Erbsen und Möhren. Rund 30 Essen werden an diesem Donnerstag ausgegeben - nicht viel, wenn man bedenkt, dass die Kurt-Tucholsky-Schule von 1300 Schülern besucht wird. "Am Anfang waren es um die 100 Essen täglich", schätzt Schulleiter Swen Trinkler, "aber wenn man dann nicht laufend das Angebot erneuert und modifiziert, flacht die Kurve irgendwann ab."

Jetzt plant Trinkler den ganz großen Wurf in Sachen Schulmensa. Ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt soll der Gemeinschaftsschule im Osten der Stadt das Beste und Schönste bescheren, was es in Sachen Schulverpflegung derzeit gibt. Ermöglicht wird dies durch eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Schule bzw. der Stadt als Trägerin und der Agentur People & Projects in Hamburg, die die Pläne umsetzt und Sponsoren beschafft. "Die Stadt spart dadurch am Ende eine knapp sechsstellige Summe", sagt der KTS-Leiter.

Durch die schrittweise Einführung der Ganztagsschule dauert der Schulalltag für nahezu alle Schüler bis in den Nachmittag hinein. Daraus ergibt sich für alle weiter führenden Schulen die Notwendigkeit einer Mittagsverpflegung. Das ist seit Jahren ein großes Thema in der Bildungslandschaft, und jede Schule löst dieses Problem auf eigene Weise. So kommt in der KTS - wie auch in der AVS - das Essen von Schlachter Jepsen. In der Mensa der Zukunft soll vor Ort gekocht werden; mit diesem Modell hat die Comenius-Schule derzeit Erfolg (wir berichteten).

Im Bildungsausschuss skizzierte Thomas Paschkewitz von People & Projects die Grundidee: "Die Oberstufenschüler fahren in der Mittagsfreizeit mit dem Auto zu McDonald’s. Sie würden hier bleiben, wenn sie sich hier wohl fühlen und das Essen ihnen zusagt." In seiner Präsentation sah man eine chillige Lounge mit gemütlichen Sofas, schicken Lampen und trendigen Stühlen. Die Essensausgabe erinnert mehr an Campus-Suite und moderne Restaurants wie "Vapiano" als an eine Schulmensa. Bezahlt wird bargeldlos, eine spezielle Software ermöglicht eine unkomplizierte Abwicklung; die Eltern können am heimischen PC nachvollziehen, was Junior tagsüber in der Mensa verzehrt hat.

Die Einrichtung kommt von renommierten, hochwertigen Herstellern, die sich durch das Pilotprojekt mediale Aufmerksamkeit erhoffen. Für die sorgt ein hochkarätiger TV-Koch, dessen Name noch nicht verraten wird. Der wird regelmäßig vor Ort auftauchen, mit den Schülern über Ernährung sprechen, die Menüs entwickeln und mit den Lehrern die Inhalte des Fachs Verbraucherbildung besprechen. Natürlich soll er hin und wieder auch den Kochlöffel schwingen.

Schüler und Eltern sind begeistert von dem Projekt. "Das wäre ein Riesenschritt nach vorn für die Schule", sagt Gudrun Sip, Vorsitzende des Schulelternbeirates. "Viele Schüler haben sich die Info-Tafeln über die neue Mensa angeschaut und waren sehr angetan", berichtet Schülersprecher Christoph Anastasiadis.

Was sagt die Stadt? Sie ist auf jeden Fall finanziell mit im Boot. Noch im Mai soll das Thema auf einer Sondersitzung des Bildungsausschusses und des Finanzausschusses diskutiert werden. "Eine Mensa brauchen wir ohnehin", sagt Trinkler. Schließlich sei die KTS die größte Schule der Stadt. Die derzeitige Lösung sei nur ein Provisorium.

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