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Beteiligung von Jugendlichen : Mecker-Mobil sammelt junge Meinung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kinder- und Jugendbüro, Jugendzentrum, Erzieherschüler und Stadtschülerrat wollen Interessenvertretung der Jugendlichen mit rollendem Info-Stand. Dafür wurde nun das BET-Mobil eingeweiht.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2015 | 11:30 Uhr

Flensburg | Fast geräuschlos zerschellt die Sektflasche aus Schokolade an der Wand des Beteiligungs-Mobils des Kinder- und Jugendbüros. Mit dem neu gestalteten Bauwagen, der eine konstruierte Flensburger Stadtansicht auf farbigem Hintergrund zeigt, wollen das Jugendzentrum Pampelmuse, Erzieherschüler der Hannah-Arendt-Schule, der Stadtschülerrat und die Künstlerin Sarah Kürzinger die Interessen von Jugendlichen aufnehmen und diese in verschiedenen Belangen vertreten. Koordiniert wird das Beteiligungs-Mobil, kurz BET-Mobil, vom Kinder- und Jugendbüro.

Dass im Jugendbereich etwas getan werden musste, war Projektleiter Jens Engel schon lange klar. Vor zwei Jahren hat er die Idee vom BET-Mobil im Ausschuss vorgestellt. Doch es fehlte ein Eyecatcher – etwas, dass ins Auge sticht. Auch Maurice Christiansen, der seit September sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Kinder- und Jugendbüro macht, war in jener Ausschusssitzung als Mitglied des Stadtschülerrats dabei und bekam Wind von der Idee. In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde an der Umsetzung der Idee gearbeitet – und ein Bauwagen, der sich als Mobil eignete, kam ins Gespräch. Nun mussten sich die Initiatoren nur noch überlegen, wie sie den Wagen gestalteten. Aber auch dafür haben sie eine Lösung gefunden.

Das Kinder- und Jugendbüro präsentierte einige Vorschläge, und die Entscheidung fiel letztlich für eine konstruierte Flensburger Stadtansicht mit farbigem Hintergrund. FSJ-ler Maurice Christiansen malte das BET-Mobil zusammen mit einigen Jugendlichen an – bis auf eine Wand. „Die soll von anderen gestaltet werden“, sagt Künstlerin Sarah Kürzinger. Vorschläge dafür können beim Jugendbüro eingereicht werden.

Seinen ersten Probeeinsatz erlebte das BET-Mobil vor einem Monat am Jugendhaus Tarup. Dort nutzten es die Besucher, um sich über die Erweiterung des Raumangebotes der Einrichtung zu beratschlagen. Nach der Einweihung gestern plant das Kinder- und Jugendbüro eine Vorstellungsrunde in Flensburg unter dem Motto „Flensburg und du“, damit es die Bürger, vor allem die jungen Leute , kennenlernen. „Wir wollen die Beteiligung der Jugendlichen“, betont Jens Engel. „Das BET-Mobil kann deshalb auch als Mecker-Mobil eingesetzt werden.“ So wird es zum Beispiel auch bei der Gestaltung des Bahnhofumfelds vor Ort sein. Dann dürfen alle Bürger sagen, was sie stört und was sie verändern würden. Auch zur Quartiersaufwertung am Schleibogen, der Spielplatznutzung und zum Weltspieletag am 28. Mai am Jugendzentrum ADS-Speicher soll es eingesetzt werden.

Wie das BET-Mobil letztlich angenommen wird, kann noch niemand sagen. „Die Aktion ist noch ein Experiment“, fasst Engel zusammen. Doch eines ist sicher: Es soll zu einer Marke werden. Nutzen können es Vereine, Schulen, Jugendhäuser oder Nachbarschaften. Beteiligungsprojekte, für die das Mobil verwendet wird, sollen zum Ziel haben, Kinder und Jugendliche in Entscheidungen, die ihr Umfeld betreffen, einzubinden. Dies geschieht durch verschiedene Möglichkeiten, wie eine Zukunftswerkstatt oder eine Stadtteil-Erkundung.

Auch der Stadtschülerrat, der bei der Gestaltung geholfen hat, kann sich sehr gut vorstellen, den aufgemotzten Bauwagen zu nutzen. Stadtschülersprecher Felix Müller erläutert das Ziel des Info-Standes auf vier Rädern: „Wir wollen uns auf Schulhöfe und auf den Südermarkt stellen und dort mit jungen Leuten ins Gespräch kommen. “

 

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