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Osttangente in Flensburg : Maut-Muffel im Visier: 20.000 Euro Strafe möglich

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit dem 1. Oktober werden auf der Osttangente Maut-Gebühren fällig. Doch nicht jeder zahlt.

Flensburg | Jetzt hat es die Osttangente in Flensburg erwischt. Seit Beginn des Monats Oktober fällt auch dieser knapp acht Kilometer lange Abschnitt zwischen Schottweg und Abzweigung Fördepark unter die Mautpflicht. Sie gehört damit zu den vier- und mehrspurigen Bundesstraßen auf einer Gesamtlänge von 1100 Kilometern, auf denen die Gebühren für Lastkraftwagen neuerdings entrichtet werden müssen.

Zusätzliche Belastung für Speditionen und Logistik-Unternehmen ist der Beschluss des Bundesamtes für Güterverkehr, dass zugleich alle Lkw, die über 7,5 Tonnen wiegen (statt zuvor ab 12 Tonnen), unter die Mautpflicht fallen. Die Unternehmen haben sich um die pünktliche Zahlung zu kümmern. Geschieht dies nicht, können bis zu 20.000 Euro Bußgeld fällig werden.

Kritische Stimmen geben zu bedenken, dass die Lkw-Fahrer über die Innenstadt die Maut-pflichtigen Straßen umgehen könnten, um das Geld einzusparen. Dafür gebe es bis jetzt noch keinen Lösungsansatz. In der Tat sei das nicht zu verhindern, heißt es aus dem Rathaus. Man werde sich aber intensiv damit beschäftigen, welche Auswirkungen die Maut-Entscheidung auf den Stadtverkehr haben werde, sagte Clemens Teschendorf. „Wir beobachten, wie sich das einpendelt und prüfen, ob wir gegensteuern müssen.“

Die neue Mautpflicht auf der Tangente hat inzwischen auch die Kommunalpolitik auf den Plan gerufen. Auf der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses fragte Vorsitzender Axel Kohrt, ob man jetzt verstärkten Ausweichverkehr auf Innenstadt-Straßen befürchten müsse. Sollten Lkw-Fahrer verstärkt auf diese Idee kommen, sei dagegen kein Kraut gewachsen, hieß es seitens der Verwaltung. Schon beim Alten Husumer Weg und Ochsenweg waren der Stadt bei dem Versuch, den Lkw-Verkehr einzudämmen, die Hände weitgehend gebunden. Im Fall der B 200, auf der seit August 2010 die Mautpflicht gilt, hat es eine Zunahme des Schwerlastverkehrs auf dem Ochsenweg um 15 Prozent gegeben. Noch gibt es keine Erkenntnisse, ob schwergewichtige Mautflüchtlinge in nennenswerter Zahl die kostenpflichtige Osttangente umfahren.

Die Bedenken einer verstärkten Innenstadt-Belastung werden von Christian Carstensen, Geschäftsführer der gleichnamigen, in Weding ansässigen Spedition, nicht geteilt. Für das europaweit tätige Unternehmen ist die Tangenten-Maut irrelevant. „Die Fahrstrecke ist ja nur ein paar Kilometer lang.“ Aus Sicht Carstensens werden die meisten Fahrer in den sauren Apfel beißen und lieber zahlen, „als dass sie ihr Navi umstellen, die Reifen verschleißen und sich durch die Stadt quälen“.

Ein Beispiel, die B 200 betreffend: Einer seiner Lkw, der auf der A7 die Abfahrt Flensburg nimmt, und dann über den Abzweig Rude die Brauerei ansteuert, hat in diesem Bereich maximal vier Kilometer Maut hinter sich. Das entspricht bei einem Satz von 15,4 Cent pro Kilometer gerade einmal 60 Cent. „Darüber“, so Carstensen, „muss man sich keine Gedanken machen.“ Gedanken macht sich allerdings Jörg Blohme, Leiter der Transportlogistik bei Steckhan & Peters, über die Ausweitung der Gebührenpflicht auf 7,5-Tonner. Diese Fahrzeuge kommen insbesondere bei Auslieferfahrten im Nahverkehr zum Einsatz. „Wenn drei Lkw jeweils 5000 Kilometer monatlich unterwegs sind, bedeutet das für uns eine Mehrbelastung von über 7000 Euro im Jahr. Da muss man schon überlegen, ob man die Kosten an den Kunden weitergibt.“

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erstellt am 16.Okt.2015 | 09:00 Uhr

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