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Filmkulisse Flensburg : Matrosenaufstand bei Eckeners

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Eckenerhaus“ ist historische Kulisse für das Dokumentationsdrama „Novembersturm“ – Streifen über den Matrosenaufstand von 1918

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Alte Kostüme, etliche Filmutensilien, Absperrungen in der Norderstraße – wer in den vergangenen Tagen am Eckenerhaus vorbeiging, wurde öfter aufgehalten. Grund waren die Dreharbeiten zum Dokumentationsdrama „Novembersturm“, produziert von Michael Eckelt in Kooperation mit NDR, Arte und vivafilm.

Schwerpunkt des Films ist die Novemberrevolution, der Matrosenaufstand von 1918. „Die vergessene Revolution“, ein Thema, das in der deutschen Geschichte zu kurz komme, meint Eckelt.

November 1918: Der Erste Weltkrieg ist fast verloren, als die Hochseeflotte von Admiral Reinhard Scheer den Befehl erhält, zu einer letzten Entscheidungsschlacht gegen die britische Marine auszulaufen. Es kommt zu Befehlsverweigerungen und Meuterei der Matrosen, weil diese befürchteten, noch kurz vor Kriegsende in einer sinnlosen Schlacht geopfert zu werden. Nach der Festnahme der Unruhestifter rief Matrose Karl Artelt in Kiel zu einer Versammlung auf. Bei dieser sollte zusammen mit der Arbeiterschaft für die Freilassung der eingesperrten Kameraden demonstriert werden.

Der zunächst friedliche Protestmarsch lief aus dem Ruder, bei einem Schusswechsel wurden sieben Menschen getötet und mehr als 29 schwer verletzt. Die Novemberrevolution fand ihren Anfang, die Monarchie in Deutschland schließlich ihr Ende, die Weimarer Republik nahm ihren Anfang.

Diese bedeutenden Momente der Geschichte will Michael Eckelt in seinem Dokumentationsdrama darstellen. Originalmaterial sowie Interviews geben einen Überblick über den historischen Hintergrund des Aufstandes. Gedreht wurde hierfür unter anderem in der Marineschule Mürwik, wo Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach zu einer Bewertung des Matrosenaufstandes aus heutiger militärischer Sicht befragt wurde. Vier Tage wurde Flensburg zur Kulisse des „Novembersturms“, da Kiel kaum noch zeitgenössische Szenerien zu bieten habe, so Eckelt. Neben der Historie im ersten Teil werden durch fiktive Persönlichkeiten um Karl Artelt die gesellschaftlichen Umstände der Zeit dargestellt. Diese werden als Drama verfilmt, zeigen die Empfindungen und Emotionen der damaligen Menschen.

Das „Eckenerhaus“ eignete sich vor allem durch seine spätbarocke Fassade als eindrucksvoller Schauplatz – allerdings nach umfangreichen Arbeiten in den Räumen.

Pünktlich zum 100. Jubiläum im nächsten Jahr wird „Novembersturm“ ausgestrahlt werden. Dabei soll er, wenn es nach dem Produzenten geht, nicht nur bundesweit gezeigt werden, sondern auch international.

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