Verkehr in Flensburg : Masterplan Mobilität für Flensburg: Mehr Platz für Bus und Rad

Wie bewegen sich die Flensburger in 13 Jahren fort? Mehr mit dem Bus und mit dem Rad, ist das Ziel des Mobilitätsplans.
Wie bewegen sich die Flensburger in 13 Jahren fort? Mehr mit dem Bus und mit dem Rad, ist das Ziel des Mobilitätsplans.

Der Autoverkehr soll bis 2030 deutlich reduziert werden. Rad- und Busverkehr sollen deutlich stärker wachsen.

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11. Dezember 2017, 06:01 Uhr

Der Autoverkehr in Flensburg soll bis zum Jahr 2030 um 15 Prozent reduziert werden. Das ist ein wesentliches Ziel des Masterplans Mobilität, dessen Entwurf am Dienstag erstmals im Umwelt- und Planungsausschuss vorgestellt und diskutiert wird. Im Gegenzug sollen der Busverkehr und der Radverkehr um sieben respektive sechs Prozent zulegen; der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege soll um zwei Prozent wachsen.

„Das Ziel des Masterplans Mobilität ist es, die Mobilitätswende in Flensburg weg von einer autogerechten Stadt hin zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen Stadt mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität zu meistern“, heißt es in der Beschlussvorlage. „Hier gilt es in erster Linie, die erweiterte Angebotsplanung eines umweltfreundlicheren Verkehrssystems zu erarbeiten“, schreiben die Plan-Verfasser des Büros SHP in Hannover, „weniger, den Autoverkehr lediglich mit restriktiven Maßnahmen einzudämmen. Dennoch sind innovative Lösungsansätze zu entwickeln, die beispielsweise die hohe Verkehrsbelastung in der Innenstadt reduzieren können. Konventionelle Lösungen, wie die Fertigstellung der Osttangente 2008, erbrachten bisher nicht die erhofften Entlastungen.“

Der Entwurf des Masterplans wirft detaillierte Blicke auf die Flensburger Stadtteile, stellt die verkehrliche Situation dar, nennt den Handlungsbedarf und die Handlungsansätze. Beispiel Friesischer Berg/Neustadt: „Die teilweise übermäßige Belastung von Nebenflächen durch den ruhenden Verkehr in Geschäftsstraßen (Norderstraße, Neustadt) mindert die Aufenthaltsqualität; unklare Radverkehrsführungen an teilweise verkehrsstarken Knotenpunkten gefährden die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer.“ Gemeint ist hier der Burgplatz.

Zweispurigkeit Kielseng?

Für den Bereich Hafen-Ost bringt der Masterplan-Entwurf auch wieder die Zweispurigkeit für Kielseng ins Spiel und nennt folgendes Ziel: „Dem Verkehrsaufkommen angemessene Reduzierung der Fahrbahnbreite auf einen Fahrstreifen je Richtung. – Nutzung der äußeren Fahrstreifen des Straßenzuges Kielseng/Ballastbrücke durch Linienbus- und Radverkehr.“ Diese Maßnahme war schon einmal beschlossen, wurde aber von der Politik rückgängig gemacht.

Auch für den gesperrten Sicherheitsbereich des Hafens hat der Plan einen Vorschlag: „Prüfung einer (temporären) Zugänglichkeit für den Fuß- und Radverkehr der Kaizonen und der eingezäunten (ungenutzten) Lösch- und Lagerflächen.“ Schon bald umgesetzt werden soll die Idee, die Gleisfläche neben der Werftstraße für einen Fuß- und Radweg zu nutzen. Die Achse Hafermarkt – Kappelner Straße – Adelbylund könne für die Eignung als Radverkehrsachse geprüft werden. Ganz im Westen wird der Flugplatzweg als Veloroute Richtung Handewitt mit einer bedarfsabhängigen Beleuchtung ins Spiel gebracht. Für Mürwik nennen die SHP-Experten „Radverkehrsanlagen“ für die Straße Friedheim als Bedarf.

Der Masterplan wurde unter starker Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet; so gab es im Vorwege mehrere Workshops zu unterschiedlichen Themen.

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