Verkehr in Flensburg : Masterplan Mobilität: Bus, Rad und Füße statt Autos

Bus statt Auto: Wie die Stadt so viele Autofahrer in die Busse bringen will, bleibt vorerst offen.
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Bus statt Auto: Wie die Stadt so viele Autofahrer in die Busse bringen will, bleibt vorerst offen.

Der Masterplan Mobilität soll nachhaltig den Mix der Verkehrsarten ändern. Ohne Verbote und ohne Gängelei.

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24. Januar 2018, 06:37 Uhr

Flensburg | Auch wenn es nur das mittlere von drei Szenarien ist, das der Umwelt- und Planungsausschuss gestern beschlossen hat: Die Ziele bleiben ehrgeizig. So soll bis 2030 von allen Wegen, die in der Stadt zurückgelegt werden, der Anteil des Busverkehrs auf 18 Prozent wachsen – von elf Prozent im Jahr 2011. Nur ein Prozent mehr bedeute für Aktiv-Bus zehn Prozent mehr Passagiere, ließ Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax am Rande der Sitzung gestern wissen. „Das ist sportlich“, sagte er.

Sportlich müssen auch die Radfahrer sein. Ihr Anteil am so genannten „Modal Split“, der Verteilung der Verkehrsarten auf die Gesamtzahl aller in der Stadt zurückgelegten Wege, soll von 19 auf 25 Prozent wachsen. Bei den Fußgängern beträgt das angestrebte Wachstum „nur“ zwei Prozentpunkte von 16 auf 18.

Eine Verkehrsart soll stark schrumpfen: 2030 sollen nur noch 39 Prozent aller Wege per Auto gemacht werden, 2011 waren es 54 Prozent. Das soll ohne Verbote und ohne Gängelei gehen, wie am Dienstag noch einmal im Ausschuss bekräftigt wurde. Stattdessen will man die Angebote für die anderen Verkehrsarten so verbessern, dass die Autofahrer gar nicht mehr widerstehen können und freiwillig in den Bus oder aufs Rad steigen.

„Das Ziel des Masterplans Mobilität ist es, die Mobilitätswende in Flensburg weg von einer autogerechten Stadt hin zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen Stadt mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität zu meistern.“ SSW-Vertreter Daniel Dürkop ist der Ausdruck „weg von einer autogerechten Stadt“ in dieser Art Präambel des Masterplans zu autofeindlich, er bat um eine Abmilderung. Nachdem Verkehrsplanerin Elén Helas den Fraktionen in einer gesonderten Veranstaltung die Einzelheiten des Masterplans erläutert hatte, konnten letztlich bis auf die FDP fast alle Fraktionen zustimmen; WiF-Vertreter Marc Paysen enthielt sich. Da sei „etwas die Angst genommen worden“, räumte Edgar Möller (SSW) ein.

Auch die CDU hatte zuvor Bedenken geäußert, jetzt habe die Fraktion geschlossen dafür gestimmt, so Arne Rüstemeier. Frank Hamann (Die Linke) waren die Ziele zu gering, er hätte gern über die einzelnen Szenarien abgestimmt. Das Klimaschutz-Szenario sah ehrgeizigere Ziele vor. Bis 2050 soll jedoch der Modal Split bei 25 Prozent für jede Verkehrsart liegen – auch für Autos.

Geplanter Wandel Busse und Räder statt Autos Masterplan Mobilität  2030

Modi Anteil Wege 2011 2030  2050
Fußverkehr 16 % 18 %    25 %
Radverkehr   19 % 25 % 25 %
Busverkehr 11 % 18 % 25 %
Autoverkehr 54 % 39 % 25 %

                    

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