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Experten raten : Maßvolle Portionen, Fett und Zeit helfen bei der Diät

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im letzten Teil der Serie erklärt die Ernährungsberaterin Isabelle Schaefer, was gesund zu essen bedeutet.

Wenn Isabelle Schaefer hört, dass eine ausgewogene Ernährung eine Frage des Geldbeutels sei, kann sie nur den Kopf schütteln. „Es gibt so viele Discounter mit guten Lebensmitteln in jeder Preiskategorie“, sagt die Diplom-Ernährungswissenschaftlerin, die in Glücksburg eine eigene Praxis betreibt.

Was tatsächlich ins Geld gehe, seien die zahlreichen Diät-Produkte mit vermindertem Fettanteil. Von denen hält Schaefer überhaupt nichts. „Dadurch lassen sich nur wenige Kalorien einsparen, trotzdem sind diese Lebensmittel oft deutlich teurer.“ Zudem schmecken sie häufig fad, da Fett als Geschmacksträger fehlt. „Deshalb essen die Leute lieber eine Scheibe Käse mehr, wodurch der Effekt des Kaloriensparens quasi verpufft.“

Überhaupt rät die 37-Jährige vom Kalorienzählen ab. „Viel wichtiger ist ein gesundes Portionsmaß.“ Wichtig seien auch realistische Pläne beim Abnehmen. „Dafür sollte mindestens die Hälfte der Zeit, in der man zugenommen hat, einkalkuliert werden.“ Gut seien mehrere kleine Mahlzeiten am Tag mit fünf Obst- und Gemüseeinheiten.

Aber nicht die Art der Lebensmittel sei entscheidend, sondern die Menge. Und da liegt der Clou: „Viele Menschen haben ihr natürliches Hunger- und Durstgefühl verloren und essen oft aus Langeweile, Stress oder um andere Emotionen zu verarbeiten.“ Dann griffen die Personen häufig zu süßen Genussmitteln, die den Blutzuckerspiegel sofort hochschnellen lassen. „Aber der sinkt genauso schnell wieder nach kurzer Zeit, weil die Nährstoffdichte einfach sehr gering ist.“ Als Folge tritt Hungergefühl auf, das all zu häufig wieder mit stark zuckerhaltigen Produkten gestillt wird. Daher empfiehlt die Ernährungsberaterin: „Bei Hunger sollte man immer Vollkornprodukte mit einer hohen Nährstoffdichte essen, wie bestimmte Brotsorten oder Nudeln.“ Dann steige der Blutzuckerspiegel nur langsam.

Dabei sollte auf Fett aber keineswegs verzichtet werden. „Eine Person, die abnehmen will, sollte rund 120 Gramm Fett pro Tag zu sich nehmen.“ Auch dies sei wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Wer sein Gewicht halten wolle, soll zwischen 140 und 160 Gramm Fett zu sich nehmen. Doch Fett sei nicht gleich Fett, betont Schaefer. 80 bis 100 Gramm der empfohlenen 120 Gramm Fett für einen Abnehmwilligen sollten pflanzlichen Ursprungs sein. Die ungesättigten Fettsäuren kann der Mensch über Fisch und Pflanzenöle zu sich nehmen. Von den ungesättigten, gehärteten Fettsäuren (tierisches Fett) benötige er deutlich weniger. Allerdings sind diese günstiger und besser geeignet für die industrielle Verarbeitung von Produkten. „In vielen Fertiggerichten und Backwaren finden sich gesättigte Fettsäuren.“ Zu diesen zählt auch Kokosfett. „Auch wenn der Name es vermuten lässt, zählt Kokosfett nicht zur Kategorie der pflanzlichen Fette.“ Daher schlägt Schaefer vor, Lebensmittel gegen andere auszutauschen. „Statt fettiger Wurst kann man auf Kochschinken ausweichen oder Kekse kaufen, die mit Sonnenblumenöl statt Kokosfett gebacken wurden.“ Und Tiefkühl-Gemüse sei nährstoffhaltiger als Gemüse aus dem Glas oder der Dose.

Nicht so eindeutig fällt ihr Urteil über zuckerfreie Softdrinks aus. Die seien zwar kalorienarm, aber noch gebe es keine seriösen Erkenntnisse, inwiefern der Körper auf die Süßstoffe darin reagiert. „Verursachen sie Heißhungerattacken? Sind sie ohne Nebenwirkungen?“ Dieses Problem lässt sich aber ganz einfach lösen: „Am besten ist ohnehin Wasser.“ Und kostengünstig ist es auch.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 14:42 Uhr

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