Flensburg-Mürwik : Marineschule wird zum Karriere-Sprungbrett

Wechsel an der Spitze der Marineschule: Der neue Kommandeur Wilhelm Tobias Abry(v.l.), Marine-Personal-Chef Rainer Endres und der scheidende Chef Kay-Achim Schönbach.
Wechsel an der Spitze der Marineschule: Der neue Kommandeur Wilhelm Tobias Abry(v.l.), Marine-Personal-Chef Rainer Endres und der scheidende Chef Kay-Achim Schönbach.

Kommandoübergabe: Kay-Achim Schönbach wechselt nach Berlin / Wilhelm Tobias Abry übernimmt

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19. Mai 2018, 08:00 Uhr

Es ist ein atemberaubendes Tempo, mit dem die Kommandeure der Marineschule Karriere machen. So sagt es einer, der es wissen muss: Flottillenadmiral Rainer Endres. Er ist Abteilungsleiter Personal im Marinekommando. Gestern führte sein Weg wieder aus Rostock nach Flensburg. Grund war die Kommandoübergabe an der Marineschule. Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach (52) hat die Führung an Kapitän zur See Wilhelm Tobias Abry (49) übergeben.

472 Tage war der scheidende Kommandeur im Amt. Etwa 16 Monate sind selbst für die Marine eine sehr „kurze Stehzeit“, wie es im Bundeswehrjargon heißt. Schönbach wechselt ins Verteidigungsministerium nach Berlin und wird stellvertretender Abteilungsleiter Strategie und Einsatz. Ein Karrieresprung.

Auch für seinen Vorgänger Carsten Stawitzki war die Marineschule nach etwa zwei Jahren vor Ort ein Sprungbrett zu höheren Aufgaben. Stawitzki, seinerzeit Flottillenadmiral, übernahm vor gut zwei Jahren kurzfristig die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Auch er hat in der vergangenen Woche schon wieder den Staffelstab weitergegeben, um – mittlerweile als Konteradmiral – im Verteidigungsministerium die Abteilung Ausrüstung zu führen.

In seiner kurzen Zeit an der Marineschule richtete Schönbach den Blick stärker auf eine Lehre, die sich an der Einsatzrealität orientiere, wie er bei seiner Verabschiedung sagte. Eine Grundausbildung, die diesen Namen verdient, brauche mehr Forderungscharakter und weniger Kuschelkurs. „Die Vorbereitung auf die physischen und psychischen Anforderungen der Soldaten ist Fürsorge,“ sagte Schönbach. Die „wunderschöne Stadt Flensburg“ verlasse er nur ungern. Und ganz zum Schluss seiner Rede wurde der erfahrene Soldat (sein Credo: „Tradition – Strenge – Kampf“) sogar etwas emotional. Seine Stimme wurde leicht brüchig, als er er sagte: „Machen Sie es meinem Nachfolger so leicht, wie Sie es mir gemacht haben.“

Auch sein Nachfolger, der auch die Rolle des Standortältesten übernimmt, fand nur positive Worte für die Stadt – und für seine neue Verwendung. „Wenn man die Zukunft der Marineschule und die Ausbildung und Erziehung der Offiziersanwärter mitgestalten darf, ist das eine unglaubliche Aufgabe“, sagte Abry, der zuletzt zwei Jahre dem Generalinspekteur zuarbeitete. Nun bleibt zu hoffen, dass er länger in Flensburg bleibt als seine Vorgänger. Das sieht auch Personal-Chef Endres so.

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