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Flugzeugunglück in Handewitt : Marineflieger-Kommandeur und Ärztin sterben bei Absturz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Unglücksursache ist weiter unklar, die Identität der beiden Opfer des Flugzeugabsturzes in Handewitt steht unterdessen fest.

Handewitt | Nach dem Absturz eines Sportfliegers neben der B199 ist die Unglücksursache weiter unklar, die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ermittelt. Die Identität der beiden Getöteten ist unterdessen geklärt. „Es handelt sich wie vermutet um den 53 Jahre alten Eigner des Flugzeugs und seine 46-jährige Begleiterin“, sagte Polizeisprecher Matthias Glamann.

Nach Informationen des sh:z soll der Pilot der Kommandeur des Marinefliegerkommandos in Nordholz bei Cuxhaven gewesen sein. Seine Begleiterin war eine Ärztin und Radiologin aus Flensburg. Das zweisitzige Ultraleichtflugzeug vom Typ „Breezer“ war kurz nach dem Start vom Flugplatz Flensburg-Schäferhaus auf einen Waldweg gestürzt. Der Unfall ist mysteriös, weil der Marineoffizier große Flugerfahrung hatte, er war fast zwei Jahrzehnte Waffensystemoffizier im Tornado gewesen. Augenzeugen berichteten, dass der Motor im Steigflug ausgegangen sei. „Das Flugzeug war noch keine 100 Meter hoch“, sagt David Scheel, der den Absturz beobachtet hat. „Es ging ganz schnell.“ Unter Fliegern wird darüber gesprochen, dass der Pilot einen Motorausfall simulieren wollte. Solche Übungen sind Pflicht, um im Ernstfall den Gleitflug sicher zu beherrschen. Fluglehrer Klaus Dieter Delfs, der für den Flugzeugbauer „Breezer Aircraft“ aus Bredstedt (Kreis Nordfriesland) gearbeitet hat, sagt dazu: „Im Steigflug stellt niemand seinen Motor ab.“ Zudem habe die Begleiterin nicht die erforderliche Berechtigung gehabt, eine solche Prüfung abzunehmen.

Die „Breezer“ gilt als Maschine, die laut Hersteller „Fehler verzeiht“. Doch bei der geringen Höhe blieben dem Piloten nur Sekunden für eine Entscheidung. Ohne Motor versuchte er, eine Kurve zu fliegen, um zum Flugplatz zurückzukehren. Nur 200 Meter vor der Landeschwelle muss es zum gefürchteten Strömungsabriss gekommen sein. Zeugen sagen, die „Breezer“ sei abgekippt. Die Rettungsrakete, die im Notfall einen Fallschirm aus dem Flugzeug zieht, wurde nicht ausgelöst und musste entschärft werden. „Es bestand nach dem Aufprall die Gefahr, dass der Raketenmotor noch auslöst“, erklärte ein BFU-Sprecher am Montag.

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erstellt am 08.Okt.2013 | 00:01 Uhr

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