Grosseinsatz : Mann bei Chlorgasaustritt in Glücksburger Therme verletzt

Um den mit Chlorgas gefüllten Technikraum zu untersuchen, wurde auch der Löschzug Gefahrgut aus Schleswig alarmiert.
Um den mit Chlorgas gefüllten Technikraum der Glücksburger Therme zu untersuchen, wurde auch der Löschzug Gefahrgut aus Schleswig alarmiert.

Großeinsatz in der Fördeland-Therme: Noch vor dem regulären Betrieb ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. 60 Einsatzkräfte waren vor Ort.

shz.de von
11. Juli 2014, 12:24 Uhr

Bei Wartungsarbeiten ist am Freitagmorgen in der Glücksburger Fördeland-Therme eine noch unbekannte Menge Chlorgas ausgetreten. Ein Techniker wurde dabei leicht verletzt. Da noch kein Badebetrieb herrschte, kamen keine Gäste zu Schaden. Ein Feuerwehrmann erlitt beim Einsatz einen hitze- und kreislaufbedingten Zusammenbruch. Der Mann musste in ein Flensburger Krankenhaus gebracht werden.

„Der Notruf ging nur rund eine Viertelstunde vor Beginn des regulären Betriebes ein – da haben wir großes Glück gehabt“, sagte Gemeindewehrführer Frank Makolla. Andernfalls hätte es vermutlich zahlreiche Verletzte gegeben.

Nach ersten Erkenntnissen war ein Techniker des Schwimmbades mit Wartungsarbeiten an der Filteranlage in einem Technikraum beschäftigt, als der Unfall geschah. Aus noch ungeklärter Ursache wurde plötzlich hochgiftiges Chlorgas freigesetzt. Offenbar ist es aber dem geistesgegenwärtigen Einsatz des Technikers zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstand. „Der Mann hat sofort das Ventil geschlossen und eine Atemmaske aufgesetzt, bevor er die Räumung des Bades veranlasst hat“, sagte Makolla.

Alarmiert wurden mehrere Feuerwehren, die mit insgesamt rund 60 Mann im Einsatz waren. Zudem wurden drei Rettungswagen und der Notarzt alarmiert. Der leicht verletzte Techniker wollte sich jedoch selbst in ärztliche Behandlung begeben.

Um den mit Chlorgas gefüllten Technikraum zu untersuchen und um das Ausmaß des Austritts festzustellen, wurde auch der Löschzug Gefahrgut aus Schleswig alarmiert. Dessen Einsatzkräfte gingen mit Vollschutzanzügen in den Raum. „Dann werden die Chlorgasdämpfe mit Wasser niedergeschlagen“, erklärt Gemeindewehrführer Makolla. Die Einsatzkräfte konnten die Leckage ausfindig machen und abdichten.

Um eine Gefährdung für die Anwohner auszuschließen, wurde die Sandwigstraße vor dem Schwimmbad komplett abgesperrt und gefährdete Bereiche evakuiert.

Einsatzleiter Makolla rechnet damit, dass der Einsatz noch bis in den Nachmittag andauern wird. Ob die Fördeland-Therme danach wieder für den Badebetrieb geöffnet werden kann, ist noch unklar. Zurzeit werden die Räumlichkeiten, dabei auch das Schwimmbad, vorsorglich angemessen belüftet. Messungen im Umfeld ergaben, dass der äußere Bereich des Freizeitbades vom Chloraustritt nicht betroffen war.

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