Flensburger Osten : Manifest für das offene Osbektal

Ländliche Idylle mitten in Mürwik: Der Weg rechts führt am Rande des Osbektals vorbei zur Osterallee; an vielen anderen Stellen fehlen Wege. Foto: Westphal
Ländliche Idylle mitten in Mürwik: Der Weg rechts führt am Rande des Osbektals vorbei zur Osterallee; an vielen anderen Stellen fehlen Wege. Foto: Westphal

shz.de von
07. Februar 2011, 05:29 Uhr

Flensburg | Manche Bilder erwecken den Eindruck, als seien sie mitten im Urwald aufgenommen worden. Nichts als dichtes Grün ist zu sehen - dabei sind die nächsten Häuser nur einen Steinwurf entfernt. In Flensburgs Osten gibt es wilde Flecken, auf die selten ein Flensburger seinen Fuß setzt, weil sie vor allem in der Vegetationsperiode völlig unzugänglich sind. Das mittlere Osbektal nördlich der Osterallee ist eine grüne Oase im besiedelten Gebiet. Elmar Westphal, WiF-Ratsherr mit profunden Ortskenntnissen in diesem Teil der Stadt, hat jetzt eine etwa 40-seitige Dokumentation über den halbkreisförmigen Grüngürtel verfasst, der von der Mündung des Lautrupsbaches dessen Tal hinauf nach Engelsby-Dorf und durch das Osbektal wieder zurück zur Förde in Sonwik führt. Titel: "Das Grüne Hufeisen - von der Förde zur Förde".

Der wetterfeste und geländegängige Ratsherr ist mit seiner Kamera querbeet durch Feld, Flur und Unterholz gestapft, um Aufnahmen von großer Seltenheit zu machen. Man sieht den Verlauf der Osbek mit und ohne Wasser, den Teich in der Nähe von Engelsby-Dorf, aus dem sie kommt, die Felder und Wiesen rechts und links des kleinen Baches, der immer noch an vielen Stellen unterirdisch, weil verrohrt fließt.

Westphals Band im A4-Format ist aber nicht nur eine Bestandsaufnahme in Bild und Text, sondern vor allem ein Plädoyer für die Öffnung geschlossener, unzugänglicher Bereiche. Der Autor träumt von einer durchgehenden fußläufigen Verbindung von Förde zu Förde. Für das Lautruptsbachtal ist diese Vision schon Realität; hier wurden Wege im Zuge der Stadtsanierung geschaffen, etwa die Öffnung des alten Kleinbahntunnels unter der Bismarckstraße. Auch der Bau der Osttangente hat geholfen, das Wegenetz für Radfahrer und Fußgänger zu erweitern.

Im Osbektal hingegen gibt es nur auf kurzen Abschnitten öffentliche Wege. Vor allem jener verwilderte Bereich nördlich der Osterallee ist kaum zugänglich; der unterste Abschnitt hingegen von der Fördestraße nach Sonwik wird noch in diesem Jahr wieder für die Bevölkerung mit einem Wanderweg geöffnet. Im mittleren Bereich fehlen Abschnitte zwischen dem Osbektalweg und dem kurzen Wegestück zwischen Gruuslandweg und Osterallee.

Als Appell an die Stadtverwaltung hat Elmar Westphal auch für mehrere Abschnitte konkrete Vorschläge parat, wie man sie öffentlich zugänglich und erlebbar machen könnte. "Warum sollen die Bürger der Stadt weitgehend aus diesem Tal ausgesperrt werden?", fragt er mit leiser Provokation.

Die Dokumentation ist im Internet unter www.wir-in-flensburg.de zu sehen. Wer Interesse an der gedruckten Fassung hat, kann sich an den Autor wenden, der bereit ist, Exemplare für circa 10 Euro pro Stück nachzudrucken: elmarww@googlemail.com

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen