Zirkus in Flensburg : „Man soll seine Sorgen vergessen“

Clown Henry ist mit Partnerin Tatjana zusammen.
Clown Henry ist mit Partnerin Tatjana zusammen.

Clown Henry vom Zirkus Knie ist ein echter Allrounder

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28. April 2018, 06:16 Uhr

Der in Monte Carlo im letzten Jahr preisgekrönte Zirkus Charles Knie kommt zu einem Gastspiel nach Flensburg und gastiert, wie berichtet, ab heute bis zum 1. Mai auf der Exe. 1440 Plätze fasst das imposante Zelt auf dem Festplatz.

Höhepunkte der Show sind neben dem englischen Tierlehrer Alexander Lacey, dessen Raubtiernummer als eine der weltweit besten gilt, die Truppe Messoudi aus Australien mit der, wie sie Zirkusdirektor Sascha Melnjak (43) anpreist, „besten Handstandnummer der Welt“.

Neben vielen, zum Teil exotischen Tieren darf auch ein Clown nicht fehlen. „Henry“ stammt aus Venezuela, ist in Südamerika ein Star – nicht umsonst wurde ihm von einem begeistertem Publikum der Titel „Prince of Clowns“ verliehen. Erstmalig tritt Henry nun in einer deutschen Manege auf. Der Komiker ist alles, nur nicht altbacken. Er gibt der Clownerie ein völlig neues Gesicht. Und bereits das ist eine kleine Weltreise. Die Haare nach oben gesteckt erinnern an die Freiheitsstatue in New York, das geschwungene Make-Up ist der Kunst Venedigs nachempfunden und die rote Nase – die ist auf allen Kontinenten das Markenzeichen eines Clowns.

Als der Venezuelaner vor 38 Jahren auf die Welt kommt, kann er quasi gar nichts Anderes werden. Sein Vater ist Clown, sein Großvater steht mit 87 Jahren noch immer in der Manege, schon Urgroßvater und Ur-Ur-Großvater haben die Leute zum Lachen gebracht. Ein Talent, das Henry erbt, in seinem ganz eigenen Stil. „Die Kinder lachen meist schon, wenn sie mich sehen. Ich will aber jeden abholen, auch die Erwachsenen, und das überall auf der Welt“, sagt der Charmeur, der alle seine Nummern komplett selbst gestaltet. Vom Kostüm bis hin zum letzten Musik-Pointe muss für den Perfektionisten alles stimmen.

Seit 20 Jahren schafft der „Prinz der Clowns“ es immer wieder, sein Publikum nur mit Mimik und Gestik in das Geschehen mit einzubeziehen und zu begeistern. „Das wird angesichts der schlimmen Zeiten in der Welt zwar schwieriger, aber die Leute sollen im Zirkus alle Sorgen und Nöte vergessen. Dafür zahlen sie auch“, sagt er. So, wie er das Publikum aus dem Alltag entführt, ist für ihn jeder Auftritt wie eine Droge. „Wenn ich die Manege betrete, vergesse ich Schmerzen, Sorgen, Leid.“ Sein Erfolgsrezept: große Schuhe, Slapstick. Witze unter der Gürtellinie oder auf Kosten anderer kommen ihm nicht unter.

Schon mit vier Jahren steht Klein-Henry zudem auf dem Drahtseil. „Angst hatte ich nie. Das ist für mich wie Fernsehen oder Kaffeekochen“, sagt er. Klar, dass er auch dieses Talent zur Perfektion führte. Zuhause fühlt sich der 38-Jährige überall auf der Welt. Dutzende Länder hat er im Laufe seiner Karriere bereits besucht. „Meine Heimat ist die Manege“, sagt er.

Premiere heute um 16 Uhr, die Abendvorstellung beginnt um 19.30 Uhr. Vorstellungen: So. 11 und 15 Uhr, Mo. 16 Uhr (Familienvorstellung mit Einheitspreis 10 Euro!) und 19.30 Uhr, Di. 11 und 15 Uhr. Heute um 11 Uhr lässt der Zirkus 50 Luftballons in den Himmel steigen - mit Freikarten für die Abendvorstellung...

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