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Bürgerärger in Flensburg : „Man nimmt uns den Gehweg weg“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anwohner der Mathildenstraße protestieren gegen die Einengung des Bürgersteigs vor ihrer Haustür

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 07:15 Uhr

Das wird eng. Seit knapp zwei Wochen verjüngt sich der Bürgersteig auf der östlichen Seite der Mathildenstraße erheblich. Die ursprüngliche Breite von zwei Metern wird um ein Viertel reduziert. Das sorgt bereits seit Tagen für Aufregung bei den Anwohnern, die sich bei der Stadt und dem Technischen Betriebszentrum beschwert haben. Doch die Arbeiten auf dem stark frequentieren Weg gehen dessen ungeachtet weiter.

„Noch ist es vielleicht nicht zu spät, das alles zu stoppen und die Behörden zum Umdenken zu bewegen“, hofft Andrea Bonk, Mutter einer kleinen Tochter, die mit ihrem Fahrrad oft auf dem Gehweg unterwegs ist. „Auf der Fahrbahn wäre es viel zu gefährlich“, sagt die 47-Jährige mit Blick auf die Kopfsteinpflasterung.

Doch sie denkt nicht nur an die kleinen, sondern auch an die älteren Bewohner der Straße, an dessen nördlichem Ende die SBV-Seniorenwohnanlage liegt. „Zwei Rollatoren passen gerade noch nebeneinander“, sagt sie, „doch wenn sich zwei Rollstuhlfahrer begegnen, wird es brenzlig.“ Bewohner des Servicehauses hätten dies bereits angemahnt. Insbesondere dann, wenn auch noch Mütter mit Kinderwagen vorbei wollten, sei eine Gehwegbreite von lediglich 1,50 Metern nicht zu akzeptieren. Mieter Johnny Mahnke bringt es auf den Punkt: „Prognose Crash!“, sagt er kurz und bündig. Und da der 78-Jährige zwar nicht mehr der Schnellste, aber um einen kreative Idee nie verlegen ist, schlägt er auf dem Gehweg eine Einbahnstraßenregelung vor. „Oder man installiert eine Ampel. Dann klappt das schon.“

Beim TBZ macht man sich indes ernsthafte Gedanken. „Es hat in der Tat Proteste bei verschiedenen Stellen gegeben“, bestätigt Sprecher Ralf Leese. „Doch es nützt nichts, der Weg ist abgängig.“ Die Maßnahme sei der Bautechnik, dem Baumschutz und der Verkehrssicherung geschuldet. So würden die Baumwurzeln die Gehwegsteine immer weiter nach oben drücken, fünf bis acht Zentimeter hohe Stolperfallen seien schon entstanden, eine Gefährdung für Fußgänger, gerade für solche, die mobilitätseingeschränkt sind. Also werde der Unterbau erneuert und oben frisch gepflastert. „Die Alternative ist, die Wurzeln zu kappen. Aber das ist den Bäumen sicher nicht zuträglich.“

Leese sagt, es gebe ausreichend Ausweichmöglichkeiten, wenn man sich begegne. Und der Vorwurf, die Anwohner seien über die Bauarbeiten nicht informiert worden? „Dazu sind wir bei einer derartigen Erneuerungs- und Erhaltungsmaßnahme nicht verpflichtet.“

Für Andrea Bonk sind dies enttäuschende Auskünfte, derweil die Handwerker sich gen Norden vorarbeiten. Schon aus denkmalpflegerischer Sicht sei es begrüßenswert, die Gehwegbreite zu erhalten, findet sie. „Das passt zu dem urbanen Flair dieser wunderschönen Straße.“ Im Übrigen gebe es in der Stadt bestimmt viele andere Stellen, an denen man das Geld sinnvoller anlegen könne – wie zum Beispiel bei der Sanierung von Radwegen.

Renate Thielsen vom Forum Friesischer Berg hat sich ein Bild gemacht und will das Thema beim nächsten Treffen der Initiative zur Sprache bringen. Und Andrea Bonk hofft: „Vielleicht können wir ja einen Vertreter des TBZ dazu bewegen, daran teilzunehmen und sich den Fragen der Anwohner zu stellen.“


Das Forum Friesischer Berg trifft sich das nächste Mal am Dienstag, 24. Mai, um 19 Uhr im Stadtteilcafé, Mathildenstraße 22.

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