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Filmdreh in Flensburg : Makaber: Kettensägen-Video bei Youtube

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Männer mit Masken und Kettensägen erschreckten Passanten in Flensburg. Daraus entstand eine Art Horror-Film. Obwohl die Polizei das Drehen untersagte - und eine Frau verletzt wurde.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 16:01 Uhr

Flensburg | Sie sorgten in Flensburg für Angst und Schrecken – und einen Polizeieinsatz. Jetzt veröffentlichten die drei jungen Männer kurz vor Halloween sogar ein Video bei Youtube, das zeigt, wie sie mit ihren makaberen Outfits und ratternden Kettensägen Menschen in Panik versetzen. „Uns geht es darum, Leute zu erschrecken und deren Reaktion auf Kamera festzuhalten“, teilten sie uns auf Nachfrage zu ihrer Motivation mit.

Zum Hintergrund: In der Nacht zu Sonntag erlebte eine 24-Jährige auf ihrem Nachhauseweg einen Albtraum. Gegen zwei Uhr geht sie mit einer anderen Frau die St.-Jürgen-Treppe in Flensburg hinauf. Ein Mann ruft flehend nach Hilfe, als er blutüberströmt aus einer Hecke hervorkriecht. Die beiden bleiben erst stehen. Dann fliehen sie panisch. Nicht ohne Grund: Plötzlich tritt ein Mann mit Kittel - ebenfalls blutüberströmt - aus dem Schatten und wirft eine Kettensäge an. Er trägt eine weiße Maske, die sein Gesicht komplett verdeckt. Dann sind Schreie zu hören. Von den Frauen. Als die 24-Jährige die Treppe runterrast, stürzt sie und verletzt sich. Sie kann sich aufrichten und rennt weiter.

All das ist jetzt online zu sehen. Denn die für den „Streich“ Verantwortlichen hielten die Szene mit der Kamera fest. Aber nicht nur diese Sequenz. Unterlegt mit dramatischer Musik zeigen sie im zweieinhalb Minuten langen Video weitere Passanten, die sich vor dem Mann mit der Kettensäge fürchten und fliehen. Ob in der Fußgängerzone oder am Hafen, die Macher folgen immer diesem Schema: Ein Mann liegt scheinbar blutend am Boden, Passanten erschrecken, der Masken-Mann wirft seine Kettensäge an und verfolgt die Flüchtenden.

Vor allem skrupellos: Im Video wird die Szene, in der die 24-Jährige stürzt, in einer Zeitlupe wiederholt. Und die Frau wird dabei herangezoomt. Sie soll sich nur leicht verletzt haben, der Sturz sieht aber extrem gefährlich aus. Die 24-Jährige alarmierte anschließend die Polizei über den Notruf. Als diese eintraf, stellten die Beamten die drei „Filmschaffenden“ zur Rede. Sie zeigten sich reumütig. Die Polizei untersagte den jungen Männern, die „Dreharbeiten“ fortzusetzen und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ein. 

Von Reue ist aber jetzt nichts mehr zu spüren. Schließlich stellten sie das Video nach dem Vorfall online. Seit Mittwoch ist es bei Youtube zu finden. Wir zeigen es hier nicht, weil wir es aus beschriebenen Gründen nicht unterstützen wollen. Das sieht auch eine Nutzerin bei Youtube so. Unter dem Film postet sie: „Geht euch mal schämen, eine Frau hat sich wegen euch verletzt“. Und weiter: „Ihr habt ein Filmverbot bekommen. Sowas auf der St. Jürgen Treppe zu drehen, dümmer geht's ja wohl nicht.“

Auch bei Facebook sind die Drei mit ihrem „Projekt“ zu finden. Dort schreiben sie: „Bei den Dreharbeiten ist niemand zu Schaden gekommen“. Von wegen. Der Schrecken soll übrigens weitergehen: Trotz Filmverbots kündigen sie im Film eine Fortsetzung an.

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