Grimms Märchen und der Jugendstil : Märchenhafte Kunst auf dem Museumsberg

'Das Marienkind': Buchillustration von Heinrich Lefler und Joseph Urban. Foto: sh:z
"Das Marienkind": Buchillustration von Heinrich Lefler und Joseph Urban. Foto: sh:z

"Grimms Märchen und der Jugendstil": Bücher, Wandteppiche, Grafiken, Skulpturen

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15. Juni 2012, 06:36 Uhr

Flensburg | Grimms Märchen und die Kunst des Jugendstils gehen in der neuesten Ausstellung des Museumsbergs eine ästhetische Symbiose ein. Eine wichtige Rolle spielen dabei Webteppiche aus den Scherrebek-Werkstätten, von denen der Museumsberg viele in seinem Bestand hat.

Zwerge und Prinzessinnen, Kinder und Greise, Frösche und Waldtiere und immer wieder rankende Pflanzen und dekorativ verstreute Rosen bevölkern die Kunstwerke, die ab Sonntag - Eröffnung ist um 11.30 Uhr - im Hans-Christiansen-Haus zu sehen sind. Und natürlich darf ein Werk des Namenspatrons des zweiten Hauses auf dem Museumsberg nicht fehlen: ein Webteppich mit dem knappen Titel "Der Kuss".

Der erste Raum ist Otto Ubbelohde gewidmet, einem der bedeutenden Illustratoren des Jugendstils. Der große gewebte Wandteppich mit dem Motiv der "Gänsemagd" dominiert den Raum; zu sehen ist auch die spiegelverkehrte gemalte Vorstufe zur Webarbeit. Anders als viele der Märchen-Illustrationen wirken gerade Ubbelohdes Werke in ihrer Farbigkeit und Einfachheit zeitlos und modern.

Märchen und Jugendstil geht nicht ohne Heinrich Vogeler; hier wurden die Flensburger Ausstellungmacher - Direktor und Michael Fuhr und Volontärin Svenja Ganschow - vom Museum Worpswede unterstützt. Aus dem Scherrebek-Museum in Dänemark stammt Vogelers Wandbehang "Dornröschen" von 1899, der in der Ausstellung gezeigt wird.

Eine Rarität aus dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg ist die Papiertapete des englischen Illustrators Walter Crane. Auch hier stechen die im Jugendstil immer wieder verwendeten floralen Elemente und Vegetabilen wieder hervor. Aus dem Märchenmuseum Bad Oeynhausen stammen unter anderem die zauberhafte Märchenvase aus Bronze und die Porzellanfigur zum "Froschkönig".

Breiten Raum nehmen die Illustrationen zu Märchenbüchern ein; hier wurde seinerzeit eine ganz neue Kunstgattung geboren. Bei älteren Besuchern dürften hier Erinnerungen aus der Kindheit mitschwingen. Stilprägend waren die Künstler-Bücher von Scholz, als Künstler seien hier Lefler und Urban genannt ("Marienkind").

Nicht alles, was an Bildern zu Märchen auf Papier gebracht wurde, ist Jugendstil; deshalb werden auch Vorläufer gezeigt. Kinder können sich mit Papier, Stiften und Schere selbst als kleine Künstler versuchen und Papiertheaterfiguren herstellen.

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