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Turnier mit dem FC St. Pauli : Mädchen kicken für Integration

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gleich mit vier weiblichen Teams ist der größte Sportverein der Stadt in die Saison gestartet. Beim Integrationscup am Sonnabend ist der FC St. Pauli zum ersten Mal vertreten.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 08:02 Uhr

Beinahe anderthalb Jahrhunderte hat es gedauert, bis für den größten Sportverein Flensburgs auch Mädchen und Frauen aufs Fußballfeld laufen. Dafür starten sie durch, „von null auf hundert“, sagt Ingo Nommensen, Abteilungsleiter der Fußballsparte beim Turn- und Sportbund Flensburg 1865 (TSB). Denn seit Saisonbeginn gibt es gleich vier Mannschaften mit Fußballerinnen, und zwar ein B- (Jahrgänge 1997 und 1998), C- (1999-2000) und D-Team (2001-2002) sowie eine Frauen-Mannschaft. Warum es so lange gedauert hat, bis der Schritt der Spielerinnen ins Vereinsleben gelingt, kann Nommensen nicht zweifelsfrei ergründen. Bislang habe es „noch nicht die richtigen Leute“ dafür gegeben, vermutet er. Jetzt gönne sich der Verein sogar den Luxus eines engagierten Freiwilligen im Sozialen Jahr. Die vier Teams mit jeweils um die 15 Kickern speisten sich zur Hälfte aus dem von Landesverband und Landesministerien unterstützten Projekt „Mädchen kicken cooler“ sowie zur anderen Hälfte aus den Stadtteilen und anderen Vereinen, weiß Nommensen. „Mädchen sind sehr zuverlässig und ehrgeizig“, häufig gar wissbegieriger und lernfähiger als männliche Fußballer, beobachtet er.

Mit ihren zehn Jahren ist Joelina Pöplau bislang die jüngste Fußballspielerin des Vereins. Früher habe sie mit ihren Freunden gekickt und festgestellt, dass ihr das „einfach Spaß macht“. Neben zwei regulären Trainingstagen besucht sie auch das Torwart-Training, berichtet sie und zeigt keine Furcht vor schmerzhaften Torschüssen. Das sei ihr schon passiert und „passiert mal“. Ihr Trainer habe gesagt, dass sie zwar die Kleinste sei, aber die Größte im Tor, berichtet sie stolz.

Auch sie wird mit den Mädels am Sonnabend beim Integrationscup (siehe Infobox) antreten. Einer der Organisatoren und Trainer, Stergios Stavropoulos, berichtet, dass sich bislang zehn Mädchenteams angemeldet haben. „Wir sind auch sehr stolz darüber, dass sich erstmalig der FC St. Pauli aus Hamburg angekündigt hat“, ergänzt Stavropoulos und verspricht ein „buntes und reichhaltiges Turnier“.

Außerdem Trainingslager und Turniere auch im Ausland hat Ingo Nommensen im Blick, wenn er fordert: „Für den Mädchen- und Frauenfußball muss auch Nachhaltigkeit da sein.“ Er will den Mädchen „Perspektiven anbieten“, die vielleicht bis ins Berufsleben führen. Mithilfe des guten Netzwerks wird das gelingen. Kürzlich hat der Club der Unternehmerinnen e.V. das C-Mädchenteam mit einem neuen Trikotsatz ausgestattet. Prompt gewannen die Mädels gegen das B-Team mit 6:5, berichtet Club-Vorsitzende Kirsten Petersen.

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