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Flensburger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 22:49 Uhr

31 Bands : Madsen beim Wallsbüll Open Air

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Katja Matt und Jan Plagemann erwarten bei ihrem zweitägigen Himmelfahrtsfestival in Wallsbüll 31 Bands und über 5000 Besucher. Die Monster-Schock-Rocker von Lordi reisen aus Finnland an.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2014 | 15:00 Uhr

Letztes Jahr gingen sie aufs Ganze: Katja Matt (37) und ihr Lebensgefährte Jan Plagemann (42) aus Handewitt sorgten aus eigener Kraft für die Wiederauferstehung des Wallsbüll Open Airs. Schon lange war in ihren Köpfen der Gedanke herumgeschwirrt, eines Tages das 1980 von anderen Veranstaltern gegründete, neben dem Jübek Open Air einst größte Festival im Norden zurückzuholen. Sie wagten es – und es wurde nach zwölf Jahren Pause zum Erfolg. Zehn Bands spielten, über 2500 Besucher kamen. Nicht einmal der Umstand, dass Katja Matt hochschwanger war, als es stattfand, hielt die beiden von der Verwirklichung ihres Traums ab.

Dieses Jahr wollen Matt und Plagemann, die nun drei Kinder haben, so richtig aus dem Vollen schöpfen: An zwei Tagen inklusive Camping soll das Open Air über die Bühne gehen – mit 31 Bands. Ein riesiges Projekt, mit dessen Planung die beiden – Matt ist offiziell die Veranstalterin, Plagemann der Eventmanager – gleich nach dem Revival 2013 begonnen haben. „Aufgrund der vielen bekannten Headliner und weil wir jetzt ein Zwei-Tages-Konzept haben, rechnen wir mit mindestens 5000 Besuchern“, sagt Matt. „Der Vorverkauf ist super angelaufen.“ Plagemann ergänzt: „Wir halten unser Versprechen, das Wallsbüll Open Air Schritt für Schritt zu alter Größe wachsen zu lassen.“

Schon jetzt sind aus einem Tag zwei geworden: Das Festival geht am Mittwoch, 28., und Donnerstag, 29. Mai (Himmelfahrt), über die Bühne. Unter die 31 Bands mischen sich keine geringeren als die Monster-Schock-Rocker von Lordi aus Finnland (wir berichteten), die mit „Hard Rock Hallelujah“ 2006 den Eurovision Song Contest gewannen, und als weitere Headliner die bekannte Indie-Rock-Band Madsen („Lass die Musik an“) aus dem Wendland und die erfolgreiche Mittelalterband Saltatio Mortis, die im Sommer 2013 die Album-Charts eroberte.

Was die Musikrichtungen anbelangt, findet man im Line-Up des Open Airs, das erneut von Delta-Radio präsentiert wird, im Grunde alles – ob Britpop von Roast Apple, Death Metal von Obskura, deutschen Chanson von Friedrich Jr., Blues von Abi Wallenstein oder Country und Jazz vom Ansaager. Más shake aus Berlin, das Solo-Projekt von Rod Gonzáles von den „Ärzten“, ist zum zweiten Mal dabei, mit Beats der 60er aus Peru, Uruguay und Argentinien. Auch vielen regionalen Bands wird bei dem Himmelfahrtsfestival eine Bühne geboten, da Plagemann und Matt mit dem Flensburger Musikerstammtisch zusammenarbeiten. Mit einer der Bands sind die beiden auf besondere Weise verbunden: Die fünf Musiker von Loudstark aus Eckernförde und dem Dänischen Wohld bei Kiel haben die Hymne für das Festival komponiert: den „Wallsbüll Song“. Plagemann sagt: „Sie ist fantastisch geworden.“

Da dieses Jahr auch Camping mit Dusch- und WC-Anlagen angeboten wird, es noch mehr Verzehrstände, eine Funrock-Area für Matsch-Volleyball und mehr Bühnen und Bands gibt, findet man das Open Air nicht mehr auf der Fläche in Meynfeld-West, die vier Hektar groß war, sondern auf einer fast drei Mal so großen Fläche am Horsbeker Weg zwischen Wallsbüll und Schafflund.

Plagemann ist selbstständiger Fliesenleger, Matt Bauzeichnerin – wie schaffen sie es, neben Beruf, Kindern und ihren weißen Schäferhunden ein so großes Festival auf die Beine zu stellen? „Wir gehen da mit soviel Herzblut ran, dass wir das Risiko gar nicht sehen, aber natürlich wissen wir, dass es da ist“, sagt Plagemann. „Wir planen und rechnen vernünftig, schießen nicht übers Ziel hinaus, da passen wir auf“, ergänzt Matt, die gerade in Elternzeit ist. „Es ist viel Arbeit, die Kraft und Nerven kostet, aber auch viel Spaß macht.“

Die beiden scheinen auf einem guten Weg zu sein, das Wallsbüll Open Air wieder zu dem zu machen, was es einmal war. Einst strömten dort 25000 Besucher vor die Bühnen. Ob dies jemals wieder erreicht werden kann? Schon jetzt jedenfalls hat das Festival von ihnen einen vielversprechenden Zusatz erhalten: „…dat is legendääär!!!“


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