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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:24 Uhr

Geburtstag : „Macht es wie die Flensburger!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Jahr Car-Sharing: Anbieter Cambio, Stadt und Klimapakt sind zufrieden / 540 Personen nutzen das Angebot

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 11:30 Uhr

Am Anfang waren es zehn, jetzt sind es elf Autos, die sich 540 Flensburger teilen. Jedes von ihnen läuft etwas mehr als 2200 Kilometer im Monat; das ist der Durchschnittswert über alle Autos des Car-Sharing-Unternehmens Cambio, das seit ziemlich genau einem Jahr in Flensburg am Markt ist und eine durchaus positive Bilanz zieht.

Auch Bürgermeister Henning Brüggemann ist dabei, und das nicht nur, weil er Vorsitzender des Klimapakts ist, der wesentlichen Anteil am Flensburger Car-Sharing hat. Brüggemann glaubt an das Prinzip, hat im vergangenen Jahr 14 Dienstfahrten mit dem Cambio-Fiesta gemacht und – sein Privatauto abgeschafft. Und das als Familienvater mit zwei Töchtern! Im Rathaus-Alltag ist er ohnehin meist mit dem Rad unterwegs.

Damit liegt er nicht gerade im Trend. Denn auch in der Klimapakt-Stadt Flensburg zeigt die Zahl der zugelassenen Autos Jahr für Jahr an. 2009 waren es noch 37  943, im vergangenen Jahr schon 40  869. Die Zahl der Pkw hat Einfluss auf die Stadtplanung, vor allem bei der Frage, wo die Autofahrer ihr Blech parken. Ziel des Klimapakts ist es hingegen, den Trend umzukehren und die Zahl zu reduzieren. „2050 sollen es möglichst nur noch 28  000 sein“, sagt Eyke-Alexander Bittner aus dem Klimapakt-Team, wohl wissend, dass dies ein sehr ehrgeiziges Ziel sein. Car-Sharing soll dabei helfen.

„Das Modell Flensburg findet bundesweit Beachtung“, sagt Carsten Redlich von Cambio. Eigentlich ist Flensburg für klein für ein wirtschaftliches Car-Sharing. Denn es muss sich rechnen, sowohl für die Nutzer als auch für den Anbieter. In Flensburg sorgen fünf institutionelle Kunden für eine Basis-Auslastung: Stadt Flensburg, Industrie- und Handelskammer, Aktiv-Bus, Nord-Ostsee-Sparkasse und Selbsthilfe-Bauverein. Die elf Autos stehen am Rathaus, bei der IHK, beim SBV, in Zob-Nähe und bei der Nospa. Dort holen auch private Kunden die Autos ab und parken sie wieder.

Redlich sagt klar, dass es ohne die fünf Basis-Kunden nicht gegangen wäre. Im Rathaus nutzen zehn Abteilungen die kleine Flotte, vor allem der Sozial- und Jugendbereich sehr intensiv. Die drei Autos am Rathaus sind in einem Jahr 1236 mal bewegt worden, so Redlich. Wegen der niedrigen Spritpreise hat Cambio bereits zweimal den Kilometerpreis um jeweils einen Cent gesenkt. Die Auslastung in Flensburg liege bei rund 30 Prozent, in der Branche gelten 30 bis 40 Prozent als gut, so Redlich.

Der Cambio-Mann ist im Gespräch mit weiteren Klimapakt-Unternehmen, auch neue Stellplätze sollen dazu kommen. Bittner hat Gespräche mit der IG östliche Altstadt geführt. Defizite gibt es in Weiche und im Norden der Stadt. Wichtig sei, dass die Stellplätze nicht zu weit von den Wohngebieten und trotzdem in der Nähe der Institutionen sind, so Redlich.

„Der Bedarf ist da“, ist Bürgermeister Brüggemann überzeugt. Das zeige, dass man Alternativen will. Pro Monat kommen 20 neue Nutzer hinzu. „Ich gehe davon aus, dass Car-Sharing in Flensburg dauerhaft bleibt“, sagt Carsten Redlich. „Keine Stadt ist so gut gestartet wie Flensburg.“ Und bei Gesprächen mit anderen Kommunen rät er seit Neuestem: „Macht es wie die Flensburger!“

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