zur Navigation springen

Nach Zwangsräumung : Luftschlossfabrik: Ziehen die Bauwagen vom Hafen in Flensburgs Norden?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt Flensburg nimmt offenbar ein Grundstück am Alten Kupfermühlenweg ins Visier. Die Bewohner wussten bislang nichts davon.

Flensburg | Sie gehören schon fast zum vertrauten Bild am Harniskai direkt neben dem Hochsicherheitsbereich der Europa-Wiese. Hier haben sich einige der Bewohner der Anfang Februar geräumten Luftschlossfabrik mit ihren Bauwagen und anderen Behausungen niedergelassen. Seitdem warten sie darauf, dass die Stadt ihnen einen anderen Standort anbietet.

Die Luftschlossfabrik wurde geräumt - doch was künftig auf dem Gelände am Harniskai passiert, weiß man noch nicht. Die Stadt sucht Ideen, die noch bis zum 15. April eingereicht werden können.

Nachdem vor rund vier Wochen die offenbar schon weit gediehene Idee einer Verlagerung an die Husumer Straße aus diversen Gründen dann doch scheiterte, scheint jetzt ein Gelände in einem ganz anderen Stadtteil ins Visier der Flächen- und Grundstücksplaner geraten zu sein. Anwohner des Bereichs Alter Kupfermühlenweg / Am Katharinenhof / Alsenstraße wollen erfahren haben, dass die Bauwagensiedlung auf das freie Grundstück Alter Kupfermühlenweg 64 a und b verlagert werden soll. Offiziell sind sie aber noch nicht informiert worden, und die Stadt gibt sich sehr bedeckt. Der städtischen Pressestelle sind entsprechende Pläne nicht bekannt.

Das fragliche Gelände liegt am Alten Kupfermühlenweg und zieht sich den Hang herab in Richtung Apenrader Straße. In der Nähe liegen Einfamilienhäuser, aber im Osten auch gewerbliche Gebäude und offenbar auch einige Kleingärten.

Auch die Bewohner der kleinen Wagensiedlung am Harniskai wussten am Montag noch nichts von der Idee einer Verlagerung in den Norden der Stadt. Auch vonseiten der Kommunalpolitiker, mit denen man Kontakt habe, seien keine Informationen hierzugekommen. Die Sprecherin der früheren Luftschlossfabrik, Sarah Leichnitz, wies aber darauf hin, dass es in der Diskussion um einen neuen Standort immer nur um die Bauwagensiedlung, nicht aber um das Kulturprojekt gehe. Dafür werde seitens der Stadt kein Ersatzgelände angeboten.

In der Anfangszeit der Luftschlossfabrik wohnte dort niemand, stattdessen hat ein Kreis Aktiver ein alternatives Kulturangebot versucht zu etablieren. „Bei der Räumung ist die gesamte Infrastruktur draufgegangen“, sagt Sarah Leichnitz, „lediglich ein paar Werkbänke und Werkzeug konnten gerettet werden.“

Ein mögliches Ersatzgelände für die Wagensiedler muss bestimmte Kriterien erfüllen. So muss die Stadt überhaupt erst einmal Zugriff auf das Areal haben. Außerdem muss eine Basisinfrastruktur vorhanden sein, zudem soll es keinen Konflikt mit anderen Nutzungen geben. Den fürchten aber jetzt offenbar einige Anlieger. Die Bauwagen bräuchten zudem einen ebenen Untergrund – keine Selbstverständlichkeit bei einem Hanggrundstück.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Mär.2016 | 11:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen