Luftgewehrstand der Zeit angepasst

Schützin Veronika Sommer freut sich über eine 10,9, die sie auf der modernen elektronischen Zielanzeige erreicht hat. Foto: mai
Schützin Veronika Sommer freut sich über eine 10,9, die sie auf der modernen elektronischen Zielanzeige erreicht hat. Foto: mai

Tarper Schützenverein investiert 14 000 Euro in Modernisierung von vier Schießanlagen / Für weitere Maßnahmen werden Sponsoren gesucht

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04. November 2011, 07:01 Uhr

Tarp | Als einer der Vorzeige-Schützenvereine im Land hat nun der "Schützenverein Tarp von 1905" (Schv) seinen Luftgewehrstand weiter modernisiert. Ab sofort sind vier der insgesamt 20 Stände mit einer elektronischen Zielerfassung und Anzeige versehen. "Seit vielen Jahren sind wir in Sportschützenkreisen das nördliche Schießsportzentrum", freut sich der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Treptow. "Nun ist die Anlage weiter aufgewertet, aber wir sind noch nicht fertig." In einem nächsten Schritt steht die Umrüstung von sechs weiteren Ständen an, und wenn das Geld dafür vorhanden ist, sollen auch die restlichen zehn Stände modernisiert werden.

Arbeitsreiche sechs Wochen liegen hinter einer Handvoll der insgesamt 103 Schützenbrüder und -schwestern des Vereins. Der Elektromeister Heinz König hat die komplette Elektrik in die Hände genommen, Gert Heidemann war der "Holzwurm" für die Tischlerarbeiten, Wolfgang Sommer informierte sich über die Computer-Technik der modernen Luftgewehrstände und der Vorsitzende Wolfgang Treptow erledigte die Handlangerarbeiten. "Nur mit Eigenhilfe ist ein solches Projekt überhaupt zu realisieren", erklärt Heinz König.

Insgesamt wurden 14 000 Euro aus dem Vereinsvermögen für die Geräte eingesetzt, also selbst finanziert. Das Geld für die weiteren sechs Stände wird wohl in den kommenden Monaten vorhanden sein. Für die restlichen zehn Stände hoffen die fleißigen Schützen auf Hilfe von außen, sprich von Sponsoren, oder von der sportfreudigen Gemeinde Tarp, um die Kosten in Höhe von 35 000 Euro stemmen zu können.

Bei den vier neuen Ständen hängen direkt über dem Kopf des Schützen vier Bildschirme. Hier sieht er sofort sein Zielbild, das Ergebnis. Zehn Meter von ihm entfernt, am Ende des Standes, befindet sich die Zielanlage. Dort sind zwei Highspeedkameras mit Infrarotlicht eingebaut. Diese messen das Projektil mit 40 000 Bildern in der Sekunde, wenn es durch den Messlicht-Vorhang fliegt. Damit wird nicht nur ein Wert, sondern eine ganze Messreihe erfasst. Dies wirkt sich positiv auf die Messgenauigkeit aus. Der Schütze erkennt sofort sein Ergebnis, das bisherige Hin- und Herfahren der Scheibe und das Ausrechnen anhand der Schablonen entfällt.

Wie genau die Messungen im Leistungsbereich sein müssen, zeigen die Zahlen. Bis zu 10,9 Ringe kann der gute Schütze mit einem Schuss erreichen, bei 30 Schuss also 327 Ringe - was allerdings noch niemand geschafft hat. Dabei gibt es im Tarper Schützenverein gleich mehrere sehr leistungsstarke Schützen. Bis zu Deutschen Meistern haben es diese geschafft, Landesmeisterschaften werden im Dutzend geholt. Zwischen zwölf und 80 Jahre sind die Aktiven alt. Zweimal wöchentlich, immer am Dienstag und am Donnerstag, wird trainiert. "Bereits vorher hatten wir die zweitgrößte und eine der modernsten Anlagen im Land, nun haben wir uns weiter verbessert. Lediglich das Landesschießsportzentrum in Kellinghusen kann mit uns mithalten", so Treptow.

Trotz aller sportlicher und organisatorischer Euphorie ist das Thema Geld immer noch ein Schwerpunkt. "Wir zahlen jeden Monat 500 Euro allein für Strom", hat Wolfgang Treptow errechnet. An 280 Schießtagen im Jahr ist Betrieb auf der Anlage. Gerne kommen Gastvereine auch aus Nordfriesland, um die guten Gegebenheiten zu nutzen. Für den Kreisschützenverband Schleswig-Flensburg mit 22 Vereinen werden häufig Meisterschaften ausgetragen. Seit 2011 hat sich der Schützenverband der Stadt Flensburg ebenfalls dem Kreisverband Schleswig-Flensburg angeschlossen.

Weitere Informationen unter: www.schv-in-tarp.de

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