Neue Skulpturen : Löwe und Fischer für Museumsberg

Sichtachse: Vom künftigen Platz des Löwen auf dem Alten Friedhof fällt der Blick auf das Heinrich-Sauermann-Haus.
Sichtachse: Vom künftigen Platz des Löwen auf dem Alten Friedhof fällt der Blick auf das Heinrich-Sauermann-Haus.

Am Sonntag soll die Skulptur „Gerettet“ am Lutherplatz aufgestellt werden – unweit des künftigen Platzes für den Idstedt-Löwen.

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12. April 2010, 11:42 Uhr

Flensburg | Sechs Bäume auf dem Alten Friedhof mussten dem Löwen weichen, und dem Fischer mit seiner geretteten jungen Frau wird demnächst eine gelbe Stahlente Platz machen. Dem Museumsberg steht ein Sommer der Skulpturen bevor: Am kommenden Sonntag schon soll die neu gegossene Figur "Gerettet" des nordfriesischen Bildhauers Adolf Brütt an der Reepschlägerbahn aufgestellt werden. In diesen Tagen erhält sie in der Gießerei Noack in Berlin ihren letzten Schliff.

Nur ein paar Meter entfernt soll in exakt fünf Monaten der Idstedt-Löwe Platz nehmen. Er muss zwar nicht komplett neu gegossen, aber deutlich überarbeitet und repariert werden. Hierfür ist die etwa vier Meter hohe Skulptur in Kopenhagen von ihrem Sockel gehoben und in eine Werkstatt gebracht worden.

Doch in Flensburg laufen auch Vorbereitungen. So wurden auf dem Alten Friedhof sechs Bäume gefällt, um einerseits Platz für Sockel und Figur zu machen, andererseits die Sichtachse zwischen dem Idstedt-Löwen und dem Sauermann-Haus des Museumsberg frei zu machen. "Es ist geplant, im Museum eine Dauer-Ausstellung zum Idstedt-Löwen einzurichten", teilte Stadtsprecher Thomas Kuchel mit. Besucher dieser Ausstellung sollten nach dem Verlassen des Hauses den Löwen gleich sehen können - ebenso wie Besucher der Skulptur animiert werden sollen, die Ausstellung und damit das Museum zu besuchen. Insgesamt seien vier "Lebensbäume" (Thuja), eine Birke und eine Kiefer gefällt worden, so Kuchel. Die Herstellung der Sichtachse geschehe in Anlehnung an die alte landschaftsplanerische Gestaltung des historischen Landschaftsgartens. Der Idstedt-Löwe werde auf seinem Originalplatz der Jahre 1862 bis 1864 wieder aufgestellt, so Kuchel.
Enthüllung des Löwen am 12. September

Die von dem dänischen Bildhauer Hermann Bissen geschaffene Löwen-Figur wird nicht zu ebener Erde stehen, sondern auf einem etwa 3,50 Meter hohen Sockel aus hellem Sandstein. Zusammen mit dem mächtigen Raubtier wird das Ensemble sieben Meter hoch sein. Die feierliche Enthüllung ist für den Tag des Denkmals am 12. September geplant.

Doch vorher muss der zerlegte Löwe nach Flensburg gebracht werden. Für den aufwendigen Transport fallen Kosten an, die noch nicht gedeckt sind. "Es werden derzeit Sponsoren gesucht", ließ Thomas Kuchel wissen, das dänische Kulturministerium prüfe überdies die Möglichkeit von Zuschüssen. "Wir gehen davon aus, dass wir Sponsoren finden", so der Stadtsprecher, der einräumte, dass "das Projekt derzeit ein wenig ruht".

Das galt vor einigen Monaten auch noch für Brütts Fischer-Skulptur, deren Original überraschend nach Berlin gebracht worden war. Auf Initiative des Verschönerungsvereins und mit Unterstützung von Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner wurde jedoch die Erlaubnis für einen erneuten Abguss eingeholt und Spenden für die nicht zu knappe Bezahlung eingeworben (Quittungen werden bei Angabe der Adresse ausgestellt). Nicht zuletzt Kulturstaatsminister Bernd Neumann, aber auch Wolfgang Börnsen halfen bei der "Wiederbeschaffung" der Figur, die in 80 Jahren den Flensburgern und vielen Besuchern ans Herz gewachsen war. Mit einer kleinen Feierstunde soll sie am 18. April in der Aula des Museumsbergs eingeweiht werden.

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