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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 00:53 Uhr

Besser Bus fahren : Linie 5 schließt den Kreis

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Sonntag ist Flensburgs erste Ringlinie gestartet: Ab Zob geht es im 20-Minuten-Takt über Campus, Tarup und Engelsby nach Fruerlund. Engelsbyer profitieren besonders durch Direktanbindung an Bahnhof und Campus. Busbetriebe hoffen, dass sich das auf drei Jahre befristete Projekt durchsetzt.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 18:56 Uhr

Sie haben alle Extras an Bord. Sogar je ein (digitales) Glöckchen ist im fast 650 000 Euro schweren Paket enthalten, das Daimler Benz der Aktiv-Bus (AB) für zwei neue Citaro-Gelenkbusse in Rechnung stellt. Es kommt zum Einsatz, wenn im verkehrsberuhigten Flensburg der Mensch dem Bus im Wege ist und ohne Schockerlebnis darauf hingewiesen werden muss. Auf die beiden Neufahrzeuge setzt die Stadtwerke-Tochter Aktiv-Bus große Hoffnungen. Sie bilden den Kern von Flensburgs erster Ringlinie. „Die erste massive Neuerung seit 20 Jahren. Wenn nur die Hälfte der Leute Recht behält, die diese Erweiterung der Linie 5 für eine gute Idee halten, dann wird das ein Erfolgsmodell“, freute AB-Geschäftsführer Paul Hemkentokrax während einer Probefahrt gestern sich schon einmal vor.

Ab Sonntag kam insbesondere in Engelsby Bewegung ins Netz. Der, so Hemkentokrax, „Lückenschluss“ zwischen Sünderup und Hestoft schafft neue, schnelle Verbindungen und neue Haltestellen. Die Ringlinie fährt im 20 Minuten-Takt (sonntags 30 Minuten) ab Zob über Bahnhof, Campus, Sünderup, Tarup (Ringstraße), Kurt-Tucholsky-Schule, Brahmsstraße, Mozartstraße, Hestoft, Fruerlund Stadion über Kielseng und Ballastbrücke zurück zum Zob. An der Brahmsstraße gibt es zudem eine Schnittstelle mit den Linien 10 und 11 der Afag, die Twedter Plack beziehungsweise. Wittenberger Weg und Flensburg Weiche als Endpunkte ansteuern.

Hemkentokrax ist mehr als bloß gespannt. Der Aufsichtsrat hat den ÖPNV-Versuch als Drei-Jahres-Projekt durchgewunken – egal wie die Zahlen aussehen, betont der AB-Vormann. Bislang verzeichnete Linie 5 bummelig 80 000 Fahrgäste im Monat. Mit dem gegenläufigen Ringverkehr hofft Hemkentokrax diese Zahl zu steigern. An Verluste glaubt er nicht – hätten die Aktivbus keine Steigerungsraten erwartet, hätte sie kaum mehr als 640 000 Euro in die Hand genommen, die Haltestellen (Um-)Bau und Fahrzeuge kosten. „Wir wollen insgesamt unseren Fahrgastanteil verdoppeln“, umreißt Hemkentokrax das mittelfristige Ziel des kommunalen Unternehmens. „Dies ist erst der erste von mehreren Schritten – wenn es denn klappt.“ Dabei denkt er unter anderem an innerstädtische Schnellbusse, eine bessere Anbindung des Stadtteils Flensburg-Weiche („Weiche hat in wenigen Jahren um 32 Prozent zugelegt, wir aber nicht“); aber auch der für das kommende Jahr angekündigte Stundentakt in der Schienenverbindung Flensburg-Hamburg ist ein Thema, auf das AB reagieren muss. Für die neue Linie gab’s Lob vom Seniorenbeirat und von Christian Eckert, dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen. Bei der Gestaltung der Fahrzeuge konnte beide Erkenntnis beisteuern, die Busse benutzerfreundlicher zu machen. Von der rutschfesten Einstiegsrampe bis zum markant, weil kontrastreichen Gestänge der inneren Haltevorrichtungen wurden viele Vorschläge dieser Lobbyisten umgesetzt. Und damit ist die Beteiligung noch nicht zu Ende: Für das Sprachsystem des Bordcomputers, der intern und außerhalb des Fahrzeugs die Ansagen macht, soll ein Wettbewerb die schönste Kinderstimme ermitteln. Serienmäßig erledigt das momentan ein Berliner Mädchen, aber Lokalkolorit ist durch nichts zu ersetzen.

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