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Flensburger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 18:14 Uhr

Aktion : Lila Farbe für mehr Zivilcourage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Zum Glück sind wir verschieden“: Mit Theater, Kino und bunter Farbbeutelaktion an der Hafenspitze gegen Mobbing an Schulen

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 13:08 Uhr

Die Szenerie wirkt unheimlich. Rund 200 Jugendliche in weißen Maleranzügen und Atemschutzmasken haben sich gestern Vormittag an der Hafenspitze versammelt. Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros verteilen Plastikbeutel mit farbigem Pulver in blau, rot, grün oder pink aus einem Bus. Die Schüler der 7. bis 10. Klassen wirken aufgeregt. Das Pulver in den Beuteln besteht aus ungefährlicher Lebensmittelfarbe. Trotzdem will Christian Ide vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt sichergehen: „Wir wollen ja nicht, dass hier einer der Schüler kollabiert.“

Gemeinsam mit der Flensburger Jugendsozialarbeit organisiert das Jugendbüro die Farbaktion. Unter dem Motto „Wir treiben’s bunt – für mehr Zivilcourage“ soll es nicht nur farblich richtig zur Sache gehen: „Jeder wird hier anders bunt aussehend nach Hause gehen“, sagt Ide. Genau um dieses Thema dreht sich der 3. Anti-Mobbing-Tag unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Torsten Albig: „Zum Glück sind wir verschieden - für mehr Zivilcourage“ lautet das Motto. Zuletzt gab es in Flensburg zwar keine konkreten Mobbing-Fälle. Das Ausgrenzen Jugendlicher, besonders Cybermobbing im Internet, sei zunehmend Thema.

Neben der bunten Schüleraktion der höheren Jahrgänge am Hafen gibt es auch ein Angebot für Jüngere. Fünftklässler besuchten das Theaterstück „Schweinebacke“ des Jugendschutztheaters „Hein Knack“ in der Theaterschule. Die Hauptfigur, ein übergewichtiger Junge, wird Opfer von Mobbing. In dem Stück geht es um Ärger, Frust und Hänselei – und darum, sein eigenes Verhalten zu überdenken und Verantwortung zu übernehmen.

An der Hafenspitze versammeln sich die Schüler im abgesperrten Bereich. Punkt 12 Uhr gibt Christian Ide das Startsignal. Die Schüler reißen die Plastikbeutel auf, schreien und bewerfen sich gegenseitig mit der Farbe. Einige heben zum Schutz die Arme, andere rennen lachend weg. Die Aktion dauert nur wenige Minuten. Einige Passanten bleiben stehen, wundern sich und machen Fotos. Ein paar der Jugendlichen holen sich neue Farbbeutel. In den Gesichtern und Haaren sieht man die Spuren der Farbaktion. Ziel des Aktionstages ist es, das Thema Mobbing bekannter zu machen und für Zivilcourage zu werben. Neben Theaterstück und Farbbeutelaktion sind noch weitere lokale Aktionen für den Tag geplant. Bereits im Vorfeld wurde während der Schulkinowochen, der Film „Kriegerin“ gezeigt. Im Kino 51 Stufen wird er heute Morgen noch einmal gezeigt. Im Anschluss findet ein Kinoseminar in Zusammenarbeit mit dem Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus statt. Dabei sollen die Figuren des Films diskutiert werden und es soll der Frage nachgegangen werden: Was hat der Film mit der eigenen Lebensrealität zu tun? Christian Ide: „Wir wollen mit den Kids über den Film ins Gespräch kommen.“

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