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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 05:03 Uhr

Lichter Raum für den Lebensabend

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Diako investiert 5,2 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung des Albertinenstifts in Harrislee

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2015 | 12:00 Uhr

Ein älteres Pärchen muss die Festlichkeit ausnahmsweise vor ihrem Ende verlassen. So schnell es eben geht, eilt es den gewundenen Weg durch die großzügige grüne Anlage zum Altbau. Seit zwei Jahren sind die beiden Mieter im betreuten Wohnen im Albertinenstift in Harrislee. „Es gefällt uns hier gut“, sagt sie, während er zur Eile mahnt. Schließlich verrät der Herr mit dem Hörgerät doch, warum er in Zeitnot ist: Er sei zum Skatspielen eingeladen  .  .  .

Währenddessen geht das Unterhaltungsprogramm mit über 200 Gästen gestern zur Einweihung des Anbaus des Albertinenstifts weiter. 5,2 Millionen Euro investiert die Flensburger Diako in die Erweiterung und Modernisierung. Zur Feier des Tages ist ein weißes Zelt im parkähnlichen Areal aufgebaut, an langen Tischen sitzen Mieter des Betreuten Wohnens bei Saft und Wasser und hören denen zu, die Grußworte überbringen.

Harrislees Bürgermeister Martin Ellermann erinnert an die Statistik, die besagt, dass jeder Dritte älter als 60 Jahre sein wird, sobald das Jahr 2050 erreicht ist. Auch deshalb beschäftige sich die Gemeinde damit, die Lebensqualität zu verbessern. „Die Diako hat gut in die Zukunft investiert“, lobt Ellermann, auch weil der Wohnraum im Mittelpunkt stehe, wenn im Alter die Beweglichkeit nachlasse. Der Bürgermeister von Harrislee weist aber noch auf einen anderen Aspekt hin: Arbeitsplätze. Rund 30 Mitarbeiter beschäftige der Albertinenstift in Vollzeit, zehn neue Arbeitsplätze werden geschaffen.

Der Matthias-Claudius-Posaunenchor der Diako stimmt einen Choral an. Die Kapelle hat im Repertoire „alles, was gut und bekannt ist“, erklärt Schwester Irmgard. Der Posaunenchor existiere seit 1883 oder 1884, schätzt die Diakonisse. Sie selbst spiele seit 1989 mit. „Das hält jung!“

Nach der Andacht von Pastor Boten werden zunächst die geladenen Gäste den Vortritt haben, sich im Anbau umzusehen. Nach Kaffee und Kuchen bekommen dann auch die Mieter die Gelegenheit. Flure und Zimmer im Neubau verströmen noch den typischen Geruch unbenutzter Materialien. Breit wirken die Gänge, und licht ist das Gebäude. Dieses erreiche neuesten Standard, sagt Moritz Brinkmann. So sei das Farbkonzept ausgelegt auf Menschen mit Demenz, erläutert der Prokurist der Diako. Beispielsweise könne man auf den Etagen immer im Kreis laufen. Während in der ersten Etage Rot die dominierende Farbe ist und sich in teils gestreiften Tapeten wiederfindet oder in Sitzpolstern, herrscht Grün in der zweiten Etage vor.

Menschen mit Demenz nehmen weiße Türen nicht unbedingt wahr, dahinter verbergen sich deshalb Funktionsräume, hinter den dunklen indes die Zimmer, erklärt Peter Johannsen, Leiter des Albertinenstifts. Ihm ist auch der lauschige Innenhof wichtig. Große Gemeinschaftsräume, etwa für gemeinsame Mahlzeiten, sollen einladen, mobil und gesellig zu bleiben.

Dank der 50 Appartements im Neubau werde die Zahl der Pflegeplätze auf insgesamt 113 wachsen. Jedes dieser Einzelzimmer hat ein eigenes Bad. Die Menschen ziehen in der Regel ein, wenn ein Ehepartner gestorben sei, weiß Peter Johannsen aus Erfahrung. Das ist auch ein Grund, warum im Altbau, der 1987 erbaut worden sei, Doppelzimmer in Einzelzimmer verwandelt werden. „Durch die Umwandlung verlieren wir 24 unserer bisherigen Plätze“, erklärt er. Am Ende der Baumaßnahmen aber, die im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein sollen, werden von 289 Wohnungen 240 für einzelne Personen zur Verfügung stehen. Das Fundament des Neubaus würde auch eine weitere Aufstockung tragen, ergänzt Johannsen vorausschauend.

Um- und Ausbau geschehe bei laufendem Betrieb, sagt Moritz Brinkmann, doch Lärmbelästigungen sollen den Menschen erspart bleiben: Der Umzug der Bewohner in den Neubau kann heute beginnen.

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