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Suizidprävention in Flensburg : Lichtblick gerettet – für ein Jahr

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Diako, Stadt und andere Förderer unterstützen den Verein im Jahr 2017

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2016 | 14:31 Uhr

Gerade recht zu Weihnachten kommt die frohe Kunde: Der Verein Lichtblick kann seine Arbeit im nächsten Jahr fortsetzen, nachdem ihm zunächst zum Jahresende das Aus drohte (wir berichteten). Gründe sind nicht nur ein starkes Spendenaufkommen durch Privatleute und Firmen aufgrund eines Hilferufs. Auch die Nospa ist im Gespräch, wie sie den Verein unterstützen kann. Und es gibt verbindliche Zusagen finanzieller Unterstützung von der Diako, dem Verein „3G – Gemeinsam Gesundheit Gestalten“ und der Stadt.

Das Thema von Lichtblick – Suizidprävention und schnelle Hilfe in akuten Lebenskrisen– sei wichtig in einer Stadt mit dieser hohen Suizidrate, sagt Pastor Wolfgang Boten. Er spricht gleich mit zwei Stimmen: als Rektor der Diako und als Vorstandsvorsitzender von 3G e.V. Mit 5000 Euro greift die Diako Lichtblick für das Jahr 2017 unter die Arme. Eine langfristige verbindliche Zusage könne man jedoch nicht machen. Der Verein 3 G werde sogar 10  000 Euro zur Verfügung stellen.

In den vergangenen Jahren habe die Diako den Verein immer wieder unterstützt, erinnert Boten. So sei Lichtblick stets zur Veranstaltung zum Weltsuizidpräventionstag in dem Krankenhaus zu Gast.

Erst 2014 konnte über eine befristete finanzielle Förderung – unter anderem auch durch die Diako – die hauptamtliche Geschäftsführung und Begleitung des Ehrenamts erreicht werden – so heißt es in der Vorlage, die dem Sozial- und Gesundheitsausschuss vorlag. Die Mitglieder stimmten zu, dem Verein einmalig für das Jahr 2017 eine finanzielle Förderung in Form eines Fehlbedarfszuschusses von 20  000 Euro zu gewähren.

Rund 75  000 Euro veranschlagt der Verein an Kosten für das nächste Jahr, den größeren Teil machen die Personalkosten aus für die hauptamtliche Geschäftsführung; diese gilt zugleich als Garant für Qualität und das professionelle Versorgungsangebot.

Die Arbeit des Vereins mit mehr als tausend Beratungskontakten im Jahr und spezieller Trauerarbeit sei in der sozialpsychiatrischen Landschaft und auch in der Politik anerkannt, sagt Verena Balve, Vorstandsvorsitzende des Vereins. Eines der Alleinstellungsmerkmale sei der Umgang mit Suizidalität, mit einem Tabu-Thema. Über den Rückhalt, der nicht zuletzt durch Zuwendungen ausgedrückt wird, ist Balve froh und dankbar. Zugleich betont sie, dass „wir trotzdem noch ein hohes Spendenniveau aufbringen müssen“, für 2017 mindestens ein Drittel der Kosten.

Auch Gerhard Strahlendorf, der die Administration pflegt, ist den Förderern dankbar für diese „Zeit zum Durchatmen“, die der Verein gewonnen hat. Aber er muss die Frage stellen: „Was wird 2018?“

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