Stadtplanung in Flensburg : Licht und Leben im Bahnhofsviertel

Wandel am Carlisle-Park (rechts): Das Hotel ist geplant für das Areal rechts neben dem Apartmenthaus (unten li.).
Wandel am Carlisle-Park (rechts): Das Hotel ist geplant für das Areal rechts neben dem Apartmenthaus (unten li.).

Pläne für Intercity-Hotel und fünfstöckige Parkpalette werden konkreter / Stadt startet Wettbewerb für Umgestaltung des Vorplatzes samt Park

shz.de von
17. November 2017, 06:35 Uhr

Es ist ein langer Weg zu einem neuen Flensburger Bahnhofsviertel. Außer Plänen und einem abgebrochenen Hallenbad gibt es noch nicht viel zu sehen. Doch jetzt könnte ein privates Investment die Fahrt hin zu einem lebendigen Stadtquartier nördlich des Bahnhofs beschleunigen. Die Pläne für ein Hotel und eine Parkpalette an der Bahnhofstraße unterhalb der Schleswiger Straße konkretisieren sich. Diese Gebäude und vor allem ihre Nutzungen dürften das Quartier deutlich beleben und den Bahnhof – im Deutsch der Stadtplaner – näher an die Stadt heranführen.

Die Eigentümer des Grundstücks und des Gebäudes von Post und Postbank wollen ein Hotel parallel zur Bahnhofstraße errichten, zwischen dem bestehenden Postgebäude und dem Apartmenthaus am Bahnhof. Betreiber wird die Gruppe Intercity-Hotel, einst von der Deutschen Bahn gegründet und mittlerweile von der Steigenberger-Gruppe übernommen, die heute Deutsche Hospitality heißt.

Das Hotel soll 152 Zimmer erhalten, Lobby und Konferenzbereich sind jeweils mit 250 Quadratmeter konzipiert. Das Erdgeschoss mit dem Eingangsbereich an der Bahnhofstraße ruht auf zwei Untergeschossen für Technik und Autos der Hotelgäste. Die Zimmer werden in vier Obergeschossen untergebracht. Insgesamt ergeben sich so sieben Geschosse; das Grundstück liegt jedoch in einer Senke unterhalb der Ebene Bahnhofstraße.

Im Bereich zur Schleswiger Straße hin planen die beiden Investoren zusammen mit ihren örtlichen Planern von IGA-Haus eine fünfstöckige Parkpalette. Hier sollen alle Parkplätze, die bisher am Carlisle-Park, auf den Flächen vor dem Bahnhof und an der Straße Mühlendamm sind, zusammengefasst werden. Der Clou: Die Parkanlage soll eine Zufahrt von der Schleswiger Straße erhalten. Bisher gibt es 160 Parkplätze im öffentlichen Bereich, die Parkpalette soll hingegen 225 bekommen.

Doch auch dieses Projekt wird noch etwas auf sich warten lassen, nicht zuletzt wegen des Untergrunds. „Wir klopfen gerade das Grundstück auf Bebaubarkeit ab“, sagte Planer Tom Huber im Umwelt- und Planungsausschuss. Das Vorhaben greift in den Hangbereich ein, auch stehen mehrere alte Bäume auf dem Areal. All das müsse im Bebaungsplan-Verfahren berücksichtigt werden, mahnte der städtische Chefplaner Peter Schroeders. Auch der große Nachbar mit dem Plopp muss berücksichtigt werden; erste Gespräche mit der Brauerei habe es bereits gegeben. Ziel sei ein grundsätzliches Baurecht im Frühjahr 2018, so Schroeders.

Die Post selbst werde in dem Gebäude bleiben, sagten die beiden Investoren. Das Gebäude könne man optisch verbessern. „Wir wollen die Bahnhofstraße beleben und beleuchten“, betonte Jan Duschkewitz.

Parallel dazu plant die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb zur Umgestaltung des näheren Bahnhofsumfelds einschließlich Carlisle-Park – und vermutlich ohne Parkplätze.

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