Flensburg : Leuchtwerbung in der City – Gefahr für den Verkehr?

Leuchtwerbetafel auf der Neumarkt-Seite des Dienstleistungszentrums.
Leuchtwerbetafel auf der Neumarkt-Seite des Dienstleistungszentrums.

Auf Antrag des SSW diskutieren die Ratspolitiker über schnell wechselnde Lichtreklametafeln

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15. Dezember 2017, 10:46 Uhr

In Knallrot trifft ein Weiche 08-Kicker – und wird plötzlich in Königsblau vom Parken am Rathaus abgelöst: Wer gestern Nachmittag von der Schützenkuhle unterwegs Richtung Neumarkt war, wurde im Wechsel auf diese und andere Werbung aufmerksam gemacht. Über diese großformatigen Wandleuchtreklametafeln, die es zum Beispiel auch an der Husumer Straße und dem Friedenshügel gibt, wird auf Initiative des SSW jetzt in der Ratspolitik diskutiert.

„Glücklicherweise gibt es in Flensburg eine Gestaltungssatzung, die regelt, wie Werbetafeln an Gebäuden auszusehen haben“, erklärte SSW-Planungspolitiker Glenn Dierking zum Antrag, den seine Fraktion unter dem Titel „Keine weitere Lichtverschmutzung“ eingebracht hatte. Was Dierking missfällt: „Das ist gefährlich, weil man abgelenkt wird, wenn man Auto oder Fahrrad fährt.“ Seine Forderung: Die Stadtverwaltung möge kurzfristig Vorschläge erarbeiten, die hier Wildwuchs verhindern: „Die Frage ist, wo die Grenze ist“, sagt Dierking und fragt: „Akzeptieren wir fünf Leuchtschilder, 50 oder 500?“ Er findet jedenfalls: „Wir müssen neue Regeln aufstellen.“ Schließlich habe sich die Lichttechnik in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt: „Ein ganz kleines LED-Licht am Fahrrad blendet schon.“ Er hoffe, dass alle Fraktionen mitmachen, „damit unsere schöne Stadt so schön bleibt“.

Allerdings ist das Meinungsbild in den anderen Fraktionen differenzierter: „Werbeanlagen sind nicht grundsätzlich schlecht oder böse, sondern müssen zum Ort passen“, sagt CDU-Fraktionschef Arne Rüstemeier. Er kann sich zum Beispiel auch dimmbare Außenwerbetafeln vorstellen. Außerdem weist er daraufhin, dass größere Anlagen eines Bauantrags bedürften.

Für die Linke wies Frank Hamann daraufhin, dass bei herkömmlichen Werbetafeln Ausnahmen von der Gestaltungssatzung für die Galerie, die Nospa und sogar für das Landestheater gemacht worden seien. Tiemo Olsen (SPD) schlug vor, bei den Verwaltungsvorschlägen das Wort „kurzfristig“ zu streichen. Damit wurde der Antrag einstimmig angenommen.

Nach Angaben von Stadtsprecher Clemens Teschendorf brauchen Wandleuchtreklamen grundsätzlich eine Baugenehmigung, wobei die Genehmigungsfähigkeit nicht in erster Linie von der Größe der Tafel abhänge. „Vielmehr wird die Zulässigkeit in Hinblick auf die Verkehrssicherheit beurteilt.“ Diese hänge vom Standort ab. Vor allem für die Anlage an der Husumer Straße wolle die Straßenverkehrsbehörde einen Vor-Ort-Termin ansetzen, um sich ein genaueres Bild zu machen.

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