Aus für Umweltverein in Flensburg : Letzter Abgesang: Afdu sagt Bye-bye

„Get together“ im Stiftungsland: Gerd Kämmer (Bunde Wischen), Michael Gräf (als Vertreter des Grundstückseigners TBZ), Maren Wohlert, Joachim Kaulbars, Uwe Borchardt, Anke Duus (alle Afdu), Heike Schneider und Dirk Dethlefs („Flensburg hilft grenzenlos“).
„Get together“ im Stiftungsland: Gerd Kämmer (Bunde Wischen), Michael Gräf (als Vertreter des Grundstückseigners TBZ), Maren Wohlert, Joachim Kaulbars, Uwe Borchardt, Anke Duus (alle Afdu), Heike Schneider und Dirk Dethlefs („Flensburg hilft grenzenlos“).

Verein beschließt seine Auflösung und spendet Teile des Vereinsvermögens für soziale und ökologische Zwecke

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08. Januar 2017, 07:24 Uhr

Ein eisig kalter Sonnentag – doch ein trauriger Tag für den Verein Arbeiten für die Umwelt (Afdu). Im Dezember letzten Jahres hat die Mitgliederversammlung nach langem Kampf ums Überleben die Auflösung beschlossen – auch um eine Insolvenz zu vermeiden. Nach 32 Jahren.

Die letzte gute Tat: Teile des noch vorhandenen Restvermögens werden jetzt sozialen und ökologischen Zwecken zugeführt. Zwei Grundpfeiler der Vereinsarbeit, für die Afdu bis zum Schluss stand. Der Vorstand blickt auf 8000 Stunden ehrenamtliche Arbeit zurück, mehrere Tausend Menschen hat man im Naturschutzbereich temporär beschäftigt.

Wie berichtet, konnte Afdu schon seit Längerem nicht mehr auf eine kostendeckende Finanzierung zurückgreifen. Vor allem die drastisch gekürzten Eingliederungshilfen des Bundes für Langzeitarbeitslose brachen dem Verein das Genick. Das Job-Center reichte immer weniger Ein-Euro-Jobber durch, die einst in großer Zahl vermittelt wurden.

Vor fünf Jahren musste man fast die Hälfte der fachlichen Anleiter und Pädagogen entlassen, dennoch türmte sich das Defizit immer höher auf – schließlich lag es bei 60  000 Euro. Nur durch den Verkauf der Tischlereiausstattung und eines Großteils der Fahrzeuge konnte man sich noch über Wasser zu halten. „Doch es war klar, dass es so nicht weitergehen würde“, sagt der ehemalige Technische Leiter und ehrenamtliche Vorstand Uwe Borchardt.

Seit 1985 hat Afdu erfolgreich Maßnahmen für Jugendliche und Langzeitarbeitslose in den Bereichen des Natur- und Umweltschutzes durchgeführt. Es war sinnstiftende Arbeit, mit denen Menschen eine Perspektive gegeben wurde. „Das wird auch weiterhin relevant sein“, betont Borchardt und verweist auf die Tatsache, dass bundesweit lediglich 13 Prozent dieser Klientel in Arbeit vermittelt werden – und das selten nachhaltig.

Ortstermin gestern im Stiftungsland: Der Afdu-Vorstand nebst Schatzmeister Joachim Kaulbars, der den Verein aus der Taufe gehoben hat, hat zwei Schecks dabei. 3000 Euro gehen an den Verein Bunde Wischen, der im Naturerlebnisraum Schäferhaus in Kooperation mit der Gemeinschaftsschule Handewitt schon erfolgreich Jugendarbeit mit umweltpädagogischen Inhalten leistet. „Wir können uns vorstellen“, so Geschäftsführer Gerd Kämmer, „in der Tradition von Afdu auch präventiv tätig zu werden, um späterer Arbeitslosigkeit vorzubeugen.“ Der noch junge Verein „Flensburg hilft grenzenlos“ darf sich über 2000 Euro freuen, die zur Aufrechterhaltung der Kleiderkammer am Bahnhof dienen. Flüchtlinge, Obdachlose und Menschen in sozialen Notlagen haben hier eine elementar wichtige Anlaufstelle gefunden.

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