Deutscher Denkmaltag : Leistungsschau der Baumeister

Leistungsschau der Baumeister
1 von 2

Am Montag erscheint Flensburgs neuer Architektur-Führer mit 123 Objekten. Am Sonntag sind Deutschlands Denkmalschützer zu Gast in der Stadt.

Avatar_shz von
02. Juni 2015, 11:30 Uhr

Flensburg | Wer die beiden städtischen Denkmalpfleger Henrik Gram und Eiko Wenzel kennt, der ahnt, wie schwer es ihnen gefallen sein muss, bei 170 Seiten aufzuhören. „Das war zum Teil eine Qual“, gibt Wenzel zu. Das Buch, das ab kommendem Montag erhältlich ist, hätte locker über 200 Seiten haben können. „Es gibt viele tolle Dinge, die man vorzeigen kann und muss“, sagt er. 123 davon lernt der Leser des Buches „Zeitzeichen. Architektur in Flensburg“ in Text und Bild kennen.

Ein Buch gleichen Titels gab es schon mal vor ein paar Jahren; es stellte die Nachkriegsarchitektur der Stadt vor. „Jetzt folgt die Gesamtsicht“, erklärt Wenzel, „Flensburg ist viel mehr als Nachkriegsarchitektur. Was man mit Flensburg verbindet, ist das historische Flensburg.“

Das älteste Gebäude ist über 800 Jahre alt; es ist die Kirche St. Johannis in Adelby. Das jüngste vorgestellte Objekt ist das sh:z-Medienhaus an der Fördestraße; es ist gerade einmal zwei Jahre alt. Die Objekte sind nicht nur einzelne Gebäude wie das Nordertor, das Logenhaus, der Wasserturm an der Kelmstraße oder der Schrangen, sondern auch ganze Straßen wie die Süderfischerstraße, ein Park (Stadtpark), Höfe, Ensembles wie die Marine-Gebäude in Mürwik oder auch schon mal ein Schiff wie die „Alexandra“. Auch durchaus umstrittene Gebäude wie der blaue Anbau der Phänomenta oder das Hafenhaus „Klarschiff“ sind vertreten. Das Spektrum kirchlicher Bauten reicht von der genannten Adelbyer Kirche bis zur Campelle, die 2009 errichtet wurde. Viel Raum nehmen der Museumsberg mit Altem Friedhof, Christiansenpark, Spiegelgrotte und Idstedt-Löwen ein. Gezeigt wird auch ein Beispiel für zeitgenössischen Villenbau mit dem Haus Marienhölzungsweg 42. Breiten Raum, gerade auch in dem einleitenden Text „Weiter bauen“ von Ulrich Höhns, nimmt Duborg-Skolen ein, auch wenn sie „nicht unbedingt beliebt bei allen Flensburgern“ ist, so Wenzel. Doch der Neubau sei „Baudesign auf höchster Ebene im Schulbau“ und nicht zuletzt Schleswig-Holsteins jüngstes Baudenkmal (1977).

Das Buch im handlichen Westentaschenformat richte sich „nicht nur an Fachleute, sondern gerade auch an Besucher der Stadt“, betonte Henrik Gram. Für Wenzel ist es „die Leistungsschau der Denkmalpflege und der Stadtentwicklung“. Auf elf Seiten bekommt der Leser, illustriert durch Fotos, Karten und Plakate, einen Abriss der Flensburger Bau- und damit auch der Stadtgeschichte. Es beginnt mit der Eiszeit und endet mit der gerade erst komplettierten Gartenstadt Weiche. Durchaus interessant liest sich die Liste der Baumeister, Architekten, Planer, Handwerker und Künstler im Anhang. Am Sonntag wird das Buch beim 83. Tag der Denkmalpflege in Flensburg vorgestellt (siehe Infokasten).

> Eiko Wenzel, Henrik Gram, „Zeitzeichen. Architektur in Flensburg“, 174 Seiten, reich illustriert, Karten, Verlagshaus Leupelt, 14,80 Euro

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen