Maritimes Flensburg : Leinen los für die Fördeschifffahrt

Die Drei von der Fördebrücke: Die Kapitäne Hans-Peter Ketelsen (Möwe), Christian Matthias Hansen (Flora II) und Jan Golas (Viking). Foto: Marcus Dewanger
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Die Drei von der Fördebrücke: Die Kapitäne Hans-Peter Ketelsen (Möwe), Christian Matthias Hansen (Flora II) und Jan Golas (Viking). Foto: Marcus Dewanger

Das Eis ist geschmolzen - die Flensburger Kapitäne sind startklar für die Saison 2013. Drei Routen stehen den Fahrgästen zur Auswahl.

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01. April 2013, 03:08 Uhr

Flensburg | Auch wenn der Frühling bislang auf sich warten ließ und der Winter in Flensburg nochmal alles gegeben hat: Die Fördeschiffe trotzen der Kälte und legen ab in die Saison 2013. Während die Flora II bereits seit Anfang März an den Wochenenden wieder ihre Runden dreht, planen die MS Viking und die MS Möwe ab dem Osterwochenende die ersten Touren nach der Winterpause. Viking-Kapitan Jens Görrissen hatte den Saisonstart eigentlich schon früher geplant, doch der erneute Temperatursturz machte ihm einen Strich durch die Rechnung. "Die Eisschollen auf der Förde hätten das Schiff beschädigen können", erklärt er. Und so hieß es: abwarten - und in Ruhe die Streicharbeiten fertigstellen. Seit gestern steuert Kapitän Jan Golas das Schiff wieder um die dänischen Ochseninseln, heute will Hans-Peter Ketelsen mit der Möwe folgen.

Nur die MS Jürgensby bleibt zunächst in der Zwangspause. Seit vergangenem Sommer hat das Schiff einen Motorschaden, der immer noch nicht behoben werden konnte - zum Ärgernis von Kapitän Hans-Peter Ketelsen, der nun nur mit der viel kleineren MS Möwe Fahrgäste befördern kann. Das bedeutet Platz für 47 statt sonst 180 Personen an Bord. "Wir haben die notwendigen Teile noch nicht rangekriegt", erklärt seine Frau Gisela Landahl. "Es wird auf eine Neumotorisierung hinauslaufen." Eine nicht nur ärgerliche, sondern auch kostspielige Situation. Und das, nachdem die Flensburger Reederei Ketelsen den 1966 auf Rechnung der Förde-Reederei gebauten Butterdampfer erst vor drei Jahren in Eckernförde gekauft hat - nach viel Rechnerei. "Wir hoffen aber, im Sommer wieder durchstarten zu können", sagt Landahl. So lange werde die Jürgensby an der Kaikante als Partyschiff genutzt.

Fahrgäste haben die Wahl zwischen drei Routen: Die MS Viking, das mit 240 Plätzen größte Fahrgastschiff, startet von der Fördebrücke und legt nach einer Runde um die Ochseninseln eine Stunde später in Glücksburg an, bevor es zurück nach Flensburg geht. Bis September gibt es täglich außer montags vier Abfahrten jeweils um 9.30, 11.30, 13.30 und 15.30 Uhr. Die einfache Fahrt von Flensburg nach Glücksburg oder umgekehrt kostet für Erwachsene 6 Euro (Kinder: 2 Euro), die komplette Fahrt 10 Euro (Kinder: 4 Euro). Fahrräder werden für 3 Euro je Richtung und Fahrt befördert.

Rund um die Ochseninseln schippert auch die MS Möwe, ab heute bis Ende April zunächst nur an Wochenenden und Feiertagen, ab Mai dann mit täglichen Abfahrten (12.30, 14.30, 16.30, 18.30 Uhr) ab Hafenspitze. Die Rundfahrt dauert etwa eine Stunde und 45 Minuten und kostet für Erwachsene 10 Euro, für Kinder ermäßigt 5 Euro.

Als kleinste Personenfähre mit Platz für zwölf Personen pendelt die Flora II zwischen Fördebrücke und dem Fähranleger Sonwik, bietet aber auch etwa 45 Minuten lange Rundreisen bis zur Marineschule Mürwik. Bis 16. Juni verkehrt das Boot nur an Wochenenden und feiertags, den Sommer über bis 15. September täglich mit sieben Abfahrten ab 11 Uhr jeweils zur vollen Stunde. Die Strecke Flensburg-Sonwik kostet 3 Euro (Kinder: 2 Euro), die Rundfahrt 6 Euro (4 Euro). Zusätzlich legt Kapitän Hansen ab Mai zu Abendrundfahrten um die Ochseninseln sowie zu Leuchtfeuerfahrten ab.

Ab Mai legt auch die dampfende Rarität Flensburgs wieder ab: Der Salondampfer Alexandra bietet an ausgewählten Wochenenden Förde- und Themenfahrten an. Der Oldtimer ist das letzte seegehende Passagierdampfschiff Deutschlands.

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