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Deutsch-dänische Zusammenarbeit : Leichter leben im Grenzland

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erste Vereinbarung zwischen den Regierungen Schleswig-Holsteins und Dänemarks soll Leben und Arbeiten beiderseits der Grenze erleichtern

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2015 | 09:15 Uhr

Panzer und Trecker müssen verwandt sein: „Das sind beides große Maschinen“, sagt Max Horup dem Pulk von deutschen und dänischen Politikern und Vertretern der Wirtschaft, die ihn gestern bei der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft (FFG) im Norden der Stadt besucht haben. Dort hat der 19-jährige Berufsschüler aus Apenrade, der Landmaschinenbauer werden will, ein Jahr lang ein Praktikum gemacht, das in seine Ausbildung einfließt und zum Rahmenplan passt. „Ich war der Einzige aus Dänemark“, sagt Horup, „das ist neu.“

Künftig soll es noch einfacher werden für Dänen, ein Ausbildungspraktikum auf der anderen Seite der Grenze zu absolvieren – und umgekehrt. Das ist ein Vorhaben in der „Gemeinsamen Ministererklärung zu Wachstum und Wirtschaftsentwicklung im deutsch-dänischen Grenzland“, die Ministerpräsident Torsten Albig und der dänische Steuerminister Benny Engelbrecht gestern in der Phänomenta am Nordertor im Beisein von Europaministerin Anke Spoorendonk unterzeichnet haben. Das Dokument gilt als erste Vereinbarung zwischen den Regierungen Schleswig-Holsteins und Dänemarks.

Das sei nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, sondern die Stärkung, steigerte Minister Engelbrecht das Filmzitat aus „Casablanca“. Der Fokus der Vereinbarung richte sich auf Pendler, Bildung und Verkehr. Engelbrecht nannte als Ziele, den Zugang zu Arbeitskräften sicherzustellen und die Mobilität zu stärken sowie die deutsch-dänischen Studiengänge voranzubringen. „Dänische Dozenten dürfen nicht daran gehindert werden, im Ausland zu unterrichten“, forderte er. Von der Querung über den Fehmarnbelt verspricht er sich einen „Turbo“ für die Wirtschaftsentwicklung; darauf bereite man sich mit der Erklärung auch vor.

Neu am Handlungsplan, an dem Politiker mit Praktikern an der Seite seit der Ministerkonferenz im Februar in Sonderburg gefeilt haben, sei, „dass beide Regierungen dies gemeinsam erarbeitet haben“, betonte Torsten Albig vor zahlreichen Journalisten aus Deutschland und Dänemark. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und beschrieb die Lage im Grenzland: Während nördlich Praktikumsstellen fehlten, suche man südlich Auszubildende. Mit der Erklärung solle das „Leben besser und leichter werden – vom Steuerrecht bis hin zur Infrastruktur“.

Vorgesehen ist, so steht es geschrieben, ein gemeinsamer Pendlerinformationsdienst in beiden Grenzregionen. Außerdem, so stellte der Sozialdemokrat Engelbrecht in Aussicht, werde dauerhaft ein Mitarbeiter der dänischen Finanzbehörde (SKAT) in Pattburgs Infocenter auf Deutsch in Steuerfragen beraten.

Unternehmen können profitieren von einem dank Digitalisierung vereinfachten Steuerprozedere; eine engere Zusammenarbeit der Nahverkehrsbetreiber und Aufladestationen für Elektrofahrzeuge entlang der Jütland- und Fehmarnbeltroute sind weitere Vorhaben.

Auf die grenzüberschreitende Hochschulkooperation hob auch Europa-Ministerin Anke Spoorendonk ab – gerade mit Blick auf künftige Arbeitskräfte. Wenn die Akteure der Vereinbarung im nächsten Jahr die Pläne fortschreiben, wünscht sie sich, eine weitere Kulturvereinbarung zu präsentieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

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