Neues Junior-Kochbuch : Leibgerichte der Alltagshelden

Süßes zum Dessert: (von links) Sabrina Klawikowski, Heike Weichaus und Simone Lange vollenden die Mascarpone-Torte mit Heidelbeeren zur Projektpräsentation.
Süßes zum Dessert: (von links) Sabrina Klawikowski, Heike Weichaus und Simone Lange vollenden die Mascarpone-Torte mit Heidelbeeren zur Projektpräsentation.

Schüler der Gemeinschaftsschule Flensburg-West und Johanniter-Tafel kochen Rezepte ihrer Vorbilder nach – Kochbuch folgt

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26. Januar 2018, 10:52 Uhr

Renate Delfs ist eine, die Oberbürgermeisterin, der Schulleiter ist auch einer. Und Sandra Koch. Die 19-Jährige ist eine Alltagsheldin. Ihre jüngere Schwester Sabine (16) hat sie gekürt. Warum? „Weil sie mir immer tolle Tipps gibt. Sie ist wie meine beste Freundin“, begründet die 16-Jährige ihre Wahl. Die Schwestern wohnen mit ihrem Vater in Gelting, ihr Familienname Koch ist ein hervorragendes Omen für das Projekt, an dem Sabine sich beteiligt hat.

Initiiert hat es die Flensburger Johanniter-Tafel um ihren Leiter Klaus Grebbin zum dritten Mal. Anders als in den Vorjahren hat er nun die Gemeinschaftsschule Flensburg-West (Gems West) als Partnerin ausgesucht für das Gemeinschaftsprojekt. Zehntklässler haben ein Halbjahr lang die Lieblingsrezepte aus der Kindheit ihrer Alltagshelden nachgekocht. Die Sammlung der Rezepte wird noch vor den Sommerferien in einer Auflage von rund 300 Stück herausgegeben, sagt Klaus Grebbin. Bei der Herstellung des Junior-Kochbuchs, das auch Interviews mit den Alltagshelden beinhalten wird, unterstützt wiederum ein Team der Hochschule um den Diplom-Designer und Grafiker Uwe Zimmermann die Schüler. Mit dem Projekt wurde passenderweise die nagelneue Schulküche der Gems West eingeweiht.

Als Hauptgericht hat Sabine Spaghetti Bolognese gewählt und als Dessert Nuss-Nougat-Creme. Ihr Vater, verraten die Schwestern Sabine und Sandra, sei eigentlich ganz froh, wenn sie ihm das Kochen abnehmen. Die 16-jährige Sabine hat außerdem Simone Lange und Klaus Grebbin als weitere Alltagshelden nominiert. Die Oberbürgermeisterin unterstützt das Projekt von Anfang an und erinnert sich an die Premiere 2016 an der Waldschule mit internationalen Rezepten. „Die Kinder lernen über das Kochen auch Rechnen und Schreiben“, sagt Simone Lange. Für dieses Mal und für Sabine hat sie als Rezept die Biscuitrolle mit Erdbeerfüllung beigesteuert.

„Ohne die Tafel wäre das Projekt nicht möglich“, sagt Schulleiter Thorge Arp und lobt zudem Heike Weichaus, die als Lehrerin auf Seiten der Schule Zeit und Mühe investiert hat, damit alles funktioniert. Arp hat ein Rezept seiner Oma eingebracht: Birnenspeck und Teig, sagt er und mit einem Lächeln, dass nicht alle Bekochten seine Begeisterung für die Kombination salzig und süß teilen.

Auch Tafelchef Grebbin (Dampfnudeln und Vanillesauce) hebt die Zusammenarbeit mit Heike Weichaus hervor, die über die Erwartungen hinausginge. Das sei an der Waldschule nicht so gewesen, kritisiert Grebbin und ergänzt, dass er für jeden Durchgang immerhin zwischen 6500 und 7000 Euro investiere, in diesem Jahr ohne Sponsoring. Die Zehntklässler, hat er beobachtet, hätten zwar nicht mehr Ahnung vom Kochen als die Grundschüler, aber „sie waren genauso motiviert“.

Michelle Bendix, 15-jährige Schülerin der Gems West, bewundert Renate Delfs und hat nicht nur zwei Keks- und zwei Suppenrezepte vom Besuch bei der Ehrenbürgerin mitgebracht. „Ich finde es bewundernswert, dass sie in ihrem Alter noch auf der Bühne steht“, sagt Michelle und weiß um die Hürden, die Renate Delfs überwinden musste, um Schauspielerin werden zu dürfen. Als Rezept stellt Michelle gestern bei der öffentlichen Verkostung die Möhrensuppe mit Sahne vor. „Wurzelsuppe“ würde die Urheberin selbst sie nennen, erklärt Heike Weichaus dazu und rät den jungen Köchen bei der Präsentation, die Mandeln als Topping nicht allzu schwarz zu rösten.

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