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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 17:50 Uhr

Handewitt : Legionellen: Schwimmbad gesperrt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Bade-Bereich der Schaulandhalle in Jarplund ist wegen Bakterien-Verseuchung geschlossen. Seit gestern ist der übrige Sportbetrieb wieder möglich.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2014 | 11:30 Uhr

Eine etwas gespenstische Atmosphäre herrschte vor der Schaulandhalle in Jarplund. Wochenlang standen nur wenige Autos auf dem Parkplatz, aus dem Innern drangen keine Geräusche nach außen. Der Sportbetrieb hatte eine Zwangspause eingelegt. Seit Anfang Februar ist das kleine Schwimmbad geschlossen, seit Mitte April die Sporthalle, zuletzt auch das Freizeitheim. Der Grund: hartnäckige Legionellen, im warmen Wasser siedelnde Bakterien, die lebensgefährliche Infektionen auslösen können.

Bei einer Routine-Untersuchung stießen Fachleute im Februar im Bereich des Schwimmbads auf die Krankheitserreger. Um sie zu bekämpfen, wurden daraufhin die Warmwasser-Leitungen mit Chlor injiziert. Allerdings nicht mit durchschlagendem Erfolg. Am Freitag schickte das Gesundheitsamt das neueste Untersuchungsergebnis an die Handewitter Gemeindeverwaltung. „Die Konzentration ist noch immer zu hoch“, teilte Bürgermeister Thomas Rasmussen auf Anfrage mit. Offenbar handelt es sich um einen besonders resistenten Legionellen-Stamm. Oder er hat ein paar Nischen im System der Leitungen und Dichtungen gefunden.
So oder so: Die letzten Wochen waren für die Hallennutzer ein Missstand, auf dem sie mit Improvisationskunst antworten mussten. In der Grundschule Jarplund bestimmten plötzlich Wandern, Inline-Skating sowie Spiele auf dem Schulgelände den Sportunterricht. „Zum Glück scheint das Wetter nun besser zu werden, und zum Glück haben wir eine Lehrkraft, die sehr flexibel reagiert hat“, sagt Standortleiterin Anke Conrad. Die Teilnahme an der Kreismeisterschaft im Schwimmen muss diesmal aber wohl abgesagt werden. Eine spürbar größere Unzufriedenheit schwingt bei den Hallensparten des TSV Jarplund-Weding mit. „Wir betreiben derzeit eine Kombination aus Ausweichen auf andere Sportstätten und Ausfallenlassen“, so Vorsitzender Thore Feddersen.

Da die Legionellen nicht im kalten Wasser vorkommen, hat die Gemeindeverwaltung beschlossen, die Schaulandhalle und das Freizeitheim wieder zu öffnen. Dies ist seit gestern der Fall. Die Duschen bleiben aber gesperrt. Im restlichen Komplex sollen zunächst Spezialfilter eingebaut werden, sodass Schwimmbad und Duschen ab Montag, 26. Mai, wieder genutzt werden können. „Eine Dauer-Lösung ist das aber nicht, die Filter müssen nämlich häufiger ausgetauscht werden“, erklärt Rasmussen. Bereits am vergangenen Dienstag beauftragte der kommunale Infrastrukturausschuss einen Fachplaner, der das Problem genauer unter die Lupe nehmen soll. 30 000 Euro sind für Analyse und Lösungsvorschläge zurückgestellt. Integriert in das Vorhaben ist auch die Erneuerung des Heizungskessels. Zeitpunkt und Umfang der Umsetzung sind allerdings noch völlig offen.

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