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Flensburger Strassenbeleuchtung : „LED lohnt sich nicht“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zu teuer: Der Stadtwerke- und TBZ-Chef Render revidiert die vor zwei Jahren festgelegte Marschroute für die Flensburger Straßenbeleuchtung. Zu hoch seien die Mehrkosten für die Umrüstung.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2014 | 11:30 Uhr

Flensburg | Vor zwei Jahren setzten Stadtwerke und Technisches Betriebszentrum (TBZ) noch klar auf die neue Lichttechnik LED. Davon ist jetzt plötzlich keine Rede mehr: „LED lohnt sich nicht“, sagte Maik Render, in Personalunion Chef beider Stadt-Töchter, am Mittwoch in knapper Deutlichkeit gegenüber dem Verwaltungsrat des TBZ. Es rechne sich schlicht nicht, die größeren Investitionen für die immer noch relativ teuren LED-Leuchtmittel aufzubringen. Die Mehrkosten können nicht durch den geringeren Stromverbrauch kompensiert werden. „Strom wird immer billiger", sagte Render und ergänzte, dass der Verbraucher dies anders wahrnehme, da das TBZ für die Straßenbeleuchtung einen anderen, deutlich niedrigeren Preis für die Kilowattstunde Strom zahle als der private Endverbraucher. Erstaunlich – denn vor zwei Jahren wurden nicht zuletzt die steigenden Strompreise als Argument für die Umrüstung ins Feld geführt worden.

Vor zwei Jahren waren erst 116 der insgesamt rund 10.000 Straßenlampen in der Stadt auf LED umgestellt worden. Ein Förderprogramm der Forschungsanstalt Jülich hatte damals der Motivation bei der Umrüstung Vorschub geleistet. Die ersten LED-Straßenleuchten waren seinerzeit in der Nikolaistraße, an der Kreuzkoppel in Tarup, an der Promenade in Sonwik und im Bereich Mühlenholz in Fruerlund installiert worden.

Gestern nun relativierten die Stadtwerke die zugespitzte Aussage ihres Chefs etwas. „Es lohnt es sich im Hinblick auf die Gesamtinvestition nicht, eine funktionierende Straßenlampe, die möglicherweise noch fünf Jahre hält, abzubauen, zu entsorgen und gegen eine LED-Lampe auszutauschen“, so Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. „Vor jedem Austausch einer Straßenlampe beziehungsweise Erneuerung innerhalb einer Straße muss im Einzelfall geprüft werden, welche Variante insgesamt am sinnvollsten ist: Austausch oder Weiterbetrieb. Grundsätzlich werden wir weiterhin beim Austausch von Straßenlampen modernere Leuchtmittel einsetzen, die deutlich weniger Energie verbrauchen als die jetzt noch eingesetzten Quecksilber-Dampflampen.“

Die Entscheidung für einen bestimmten Lampentyp könne aber nicht nur nach dem Stromverbrauch getroffen werden, betonte Holdensen. Es gehe außerdem um Kriterien wie Steuerbarkeit der Lichtleistung, Qualität der Farbwiedergabe und Ausleuchtung, Haltbarkeit, Design und Masthöhe. Durch die Erneuerung der gesamten Straßenbeleuchtung bis 2020 spare die Stadt Jahr für Jahr rund 450.000 Kilowattstunden Strom ein.

Doch nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die Zahl der Lampentypen soll reduziert werden. So sei die Zahl der in der Stadt verwendeten Typen in acht Jahren von 21 auf 37 gestiegen. Jetzt haben sich TBZ und Stadtwerke auf zehn Typen geeinigt, die künftig – je nach Stadtteil und Straßentyp – in Flensburg aufgestellt werden sollen. Die Lampen an Holm und Hafen bleiben, in der Innenstadt wird City Light Plus verwendet und in Wohngebieten die Pilzleuchte. Die eher teure Hängebeleuchtung soll mittelfristig reduziert werden.

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