Stadtteile in Flensburg : Lebhaftes Viertel in Bewegung

Lebensader: Zwischen Nordertor und Bergmühle pulsiert das Leben, verteilt gibt es Sitzgelegenheiten, Bücherboxen und Kulturinitiativen, um das Viertel lebenswerter zu machen.
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Lebensader: Zwischen Nordertor und Bergmühle pulsiert das Leben, verteilt gibt es Sitzgelegenheiten, Bücherboxen und Kulturinitiativen, um das Viertel lebenswerter zu machen.

Letzter Teil der Serie: In der Neustadt brodelt das kulturelle Leben, doch der Straßenszene-Standort bereitet weiterhin Sorgen

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10. Januar 2017, 06:30 Uhr

Seit zwei Jahren ist in Flensburg geregelt, wie und wann die Stadtteilforen als politische Vertretungen der Quartiere eingebunden werden. Seit diesem Jahr engagiert sich in jedem Stadtteil mindestens ein Forum. Grund genug für das Tageblatt zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Ergänzt wird der Stadtteil-Überblick durch Daten des neuen Sozialatlas 2016. Um manch ein Viertel wie Jürgensby (Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt, IG Südliche Altstadt und Forum Jürgensby/Sandberg) oder Neu- und Nordstadt (Arbeitskreis Flensburg Nord und Verein Flensburger Norden) kümmern sich in überschneidenden Gebieten mehrere Foren. Heute zum Abschluss unserer 13-teiligen Stadtteilserie: Cordelia Feuerhake antwortet für den Verein Flensburger Norden.

Was ist das Besondere an Ihrem Viertel, das es von allen anderen unterscheidet?

Das Besondere am Stadtteil Neustadt / Nordstadt ist die interkulturelle Atmosphäre und damit einhergehend ein lebendiges Straßenleben, die Nähe zur Innenstadt, die Lage dicht an der Förde beziehungsweise am Hafen, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel, aber auch sichtbare Armut...

Auf welchem Gebiet hat sich 2016 im Viertel etwas bewegt?

Wir haben eine gern genutzte Bücherbox, deren natürlich Feinde nicht wie vermutet die Menschen, sondern die Autos sind. Die Bücherbox wird spätestens Ende Februar wieder stehen. Wir haben schöne Veranstaltungen am Ostseebad und andere Aktionen wie zum Beispiel den „Bunter Neustadtsommer“ mit Sitzmöbel-Installationen und Blumenschmuck gehabt. Die Stadtteilkultur im Stadtteilhaus hat dank aktiver Gruppen und Vereine neuen Schwung bekommen. Der Unterstützungsfonds für Aktivitäten ist wieder da und macht Projekte möglich wie einen Chor, ein interkulturelles Musikprojekt, Medienprojekte, Straßenfeste, Kunstausstellungen und mehr. Es gibt ernsthafte Bemühungen für einen Neubau der Grundschule Ramsharde. Die Baustelle „Stadtteilzentrum Werftstraße“ scheint nun endlich voranzugehen, denn davon hängt der gesamte weitere Fortschritt der Sanierungsplanungen ab.

Was ist dagegen das größte Thema, das 2016 im Stadtteil liegen geblieben ist?

Die Entwicklung rund um die und gegenüber der Walzenmühle sowie die Galwikpark-Erweiterung und Wasserpromenade sind 2016 nicht weitergekommen. Die Finanzierung unseres Stadtteilkulturraums N12 links ist immer noch eine Herausforderung – auch nach zwei Jahren sehr erfolgreicher inhaltlicher Entwicklung. Die Situation bezüglich der „Straßenszene“ samt Straßenszenen-Pavillon ist unbefriedigend. Die Bürgerbeteiligung im Stadtteil ist zu gering.

Welches weitere Thema wollen Sie in diesem Jahr anpacken?

Das Liegengebliebene – siehe oben – muss „abgearbeitet“ werden: vom Sanierungsträger und von uns.

Welches weitere Thema wollen Sie in diesem Jahr anpacken?

Wir wollen weiterhin die Forenkommunikation untereinander vorantreiben mit gegenseitigem Erfahrungsaustausch und so weiter. Wir müssen wie jedes Jahr die zwei vereinseigenen Arbeitsplätze finanziell und inhaltlich sichern. Wir werden ein neues kleines „Verschönerungsprojekt“ im Stadtteil „stricken“ und umsetzen.

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der künftigen Oberbürgermeisterin?

Wir wünschen uns eine gute Kommunikation mit Simone Lange, kurze Informationswege und, dass sie im gleichen Sinne auf die Verwaltung einwirkt – vielleicht ergeben sich ja auch mal unbürokratischere Wege, temporäre Lösungen und Ähnliches.

Was wünscht sich Ihr Forum von der Kommunalpolitik?

Das Gleiche. Wenn Entscheidungen anstehen, die den Stadtteil betreffen, bitte vorher die Foren kontaktieren und Meinungen „vor Ort“ einholen – eine kurze Mail oder Anruf genügt.

Welches Thema in Ihrem Stadtteil hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?

Die desolate Lage am „Straßenszenen“-Standort, mit verschuldet durch nicht gesicherte Abbruchgebäude des Sanierungsträgers.

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