zur Navigation springen

Flensburger Spendenmarathon : Lauf ins Leben: Countdown für die fünfte Runde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Spendenmarathon über 22 Runden auf dem TSB-Vereinsgelände an der Eckener Straße

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2017 | 05:29 Uhr

Was treibt Feuerwehrmänner dazu, 22 Stunden lang in voller Montur im Kreis zu laufen? Warum rennen Kleingärtner Runde für Runde mit einer Schubkarre vor sich her? Warum verlassen 70 Mitarbeiter des Finanzamts ihre schützenden Gemäuer und betätigen sich in sportlicher Mission?

Ganz einfach: Der Lauf ins Leben gibt Krebspatienten und deren Angehörigen Hoffnung – und er ist ein Erfolgsmodell. Immer mehr Teilnehmer, eine wachsende Zahl an Unterstützern und Sponsoren, die Spendensummen wachsen von Jahr zu Jahr. Beim letzten Mal kamen 35  000 Euro zusammen. „Das ist schon beachtlich“, freut sich Chef-Organisatorin Petra Obermark vom TSB, der das Ereignis zusammen mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft auf die Beine stellt.

Seit 2009 gibt es alle zwei Jahre den Lauf ins Leben in Flensburg. Die Schirmherrschaft hat in diesem Jahr Oberbürgermeisterin Simone Lange übernommen, die es sich nicht nehmen lässt, zur Eröffnung eine Ehrenrunde zu drehen. Danach werden voraussichtlich über 30 Mannschaften mit etwa 1000 Teilnehmern den TSB-Platz an der Eckenerstraße in Beschlag nehmen. „Der sportliche Aspekt steht dabei nicht im Vordergrund“, betont Wienke Voß von der Krebsgesellschaft, „sondern das Gemeinschaftsgefühl mit Betroffenen. Wir wollen ihnen Mut machen!“

Auch die Firma Queisser Pharma schickt ein Team ins Rennen. Mitarbeiter Jochen Jensen ist dabei. Er hat seinen Vater und Onkel durch eine Krebserkrankung verloren, jetzt ist auch noch ein Bekannter von ihm betroffen. „Für sie alle will ich laufen“, sagt er. Und hofft, damit auch ein Tabu-Thema ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. „Es trägt dazu bei, dass man darüber redet“, ergänzt Gerd Bartelsen von Mitsubishi Hi Tec Papers. Er selbst hat vor zehn Jahren die Erkrankung über eine Chemotherapie besiegen können.

„Die Heilchancen sind in den letzten 30 Jahren enorm gestiegen“, berichtet Prof. Werner Neugebauer, bis 2008 Chef der Chirurgie bei den Maltesern (Hauptsponsor der Veranstaltung) und jetzt in der Krebsberatung aktiv. „Mein Wissen wegzuwerfen, wäre für mich das Schlimmste“, sagt er und berichtet von gewaltigen Fortschritten im Bereich der Onkologie. Dank neu entwickelter Antikörper- und Immuntherapien liege die Erfolgsquote bei Erkrankten inzwischen bei 50 bis 60 Prozent, bei Brustkrebs sogar bei 82 Prozent.

Emotionaler Höhepunkt wird wieder die Kerzenzeremonie und der Lichtertanz in der Abenddämmerung sein. Auch dieser Moment trägt die Botschaft in sich : Krebs ist kein Todesurteil.


>Anmeldung und Info: www.laufinsleben.de, telefonisch 0431-8001085.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen