Preisverleihung der Kurzfilmtage : Lange Abende mit kurzen Filmen

Unter Männern: Preisträgerin Sophie Linnenbaum mit (von links) den Jury-Mitgliedern Volker Kufahl, und Niko Wasmund sowie Sponsor Johannes Born und Moderator Jim Lacy.
Unter Männern: Preisträgerin Sophie Linnenbaum mit (von links) den Jury-Mitgliedern Volker Kufahl, und Niko Wasmund sowie Sponsor Johannes Born und Moderator Jim Lacy.

107 Filme, 30 Filmemacher, 2000 Zuschauer und eine geschrumpfte Jury – die 17. Kurzfilmtage enden wieder einmal als famililäres Fest

shz.de von
20. November 2017, 07:00 Uhr

Nach vier Tagen, etlichen längeren Kinonächten, 107 Filmen und mancher Erkenntnis sind am späten Sonnabend im „51 Stufen“ die Preise der 17. Kurzfilmtage verliehen worden. Trotz Verkehrschaos und Zugverspätungen fanden 30 Filmschaffende den Weg nach Flensburg, um ihre Streifen persönlich vorzustellen, berichtet Festivalmanagerin Maja Petersen. Aber auch diejenigen, die nicht nach Flensburg kommen konnten, sind dank neuer Technik längst ganz nah dran. Entweder senden ferne Sieger Videobotschaften wie die Schweizerin Corinna Schwingruber Ilic – oder sie lassen sich umgekehrt von Moderator Jim Lacy mit einem speziellen Service versorgen: SMS-Botschaften informierten, an welchen Stellen gelacht wurde.

Dass das kleine, aber feine Fesival in seiner 17. Auflage bestens eingeführt ist, zeigt sich auch am großen Publikumsinteresse. „Das Kino war an jedem Abend bis auf den letzten Platz besetzt“, berichtet Maja Petersen. Weit über 2000 Zuschauer waren damit während der fünf Tage zu Gast im Stufen-Kino, in der Theaterwerkstatt Pilkentafel und in der Phänomenta.

„Echt geflasht“ fühlte sich zum Beispiel die Nürnbergerin Sophie Linnenbaum (31), deren achteinhalbminütiges Fotoalbum „Pix“ den ersten Platz in der Kategorie „Fiktion“ gewann. Ihr Film, bei dem die Charaktere zu Fotoalbumschnappschüssen erstarren, überzeugte mit Idee und Rhythmus.

Zu den Erkenntnissen der fünftägigen Dauer-Audiovision zählt, dass junge Thüringer in Flensburg besonders gerne ihre Spuren hinterlassen: Festivalgründer Karsten Wiesel – das verriet Oberbürgermeisterin Simone Lange schon bei der Eröffnung – hat mit ihr gemeinsam im damaligen Osten die Schulbank gedrückt.

Eine andere Erkenntnis ist bei 107 originellen Kurzfilmen auch unumgänglich – zahlreiche hervorragende Filme wie der Trickfilm „The Gap“ von Patrick Vandenbroecl bleiben eben auch ohne Auszeichnung. Die Jury hatte es diesmal auch besonders schwer. Das Trio schrumpfte zum Duo, nachdem Juror Andre Lampe krankheitsbedingt am zweiten Festivaltag passen musste. So musste das Jury-Duo mit Volker Kufahl (Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern) und sh:z-Redakteur Niko Wasmund nicht mehr Mehrheiten suchen, sondern um jeden Sieger kämpfen – weshalb der erste Preis in mancher Kategorie am Ende geteilt wurde.

Den Publikumspreis im deutschsprachigen Wettbewerb holte „Watu Wote“ von Katja Benrath. Im dänischen Wettbewerb stand „Inga“ von Uffe Mulvad in der Gunst des Publikums ganz oben. Max Mörtl und Robert Löbel für den Film „Island” gewannen den Preis in der Kategorie Animation.
In der Non-Fiktion geht der Preis zu gleichen Teilen an „Patriotic Lesson“ von Filip Jacobson und „Ins Holz“ von Corinna Schwingruber Ilic und Thomas Horat. Die „Schwarze Welle “ von Mariola Brillowska gewann in der Kategorie Wagnis. Den besten internationalen Animationsfilm teilen sich „How to have a Romantic Date“ von Joost Lieuwma und „Big Bag“ von Daniel Greaves.

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