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Flensburger Direktkandidaten : Landtagswahl: Langer Zettel und farbige Umschläge

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es gibt erstmals Erklärungen in einfacher Sprache - und eine rekordverdächtige Zahl an Wahlberechtigten.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2017 | 10:32 Uhr

Die wichtigste Neuerung bei der Landtagswahl am 7. Mai betrifft rund 1500 Wahlberechtigte in Mürwik. Wer im Wahlbezirk 40 wohnt, wird vermutlich aus jahrzehntealter Gewohnheit in die Schule Friedheim gehen – und dort sein Wahllokal nicht mehr finden. Am 7. Mai jedoch wird es erstmals im Fördegymnasium an der Elbestraße untergebracht, um den erheblichen logistischen Aufwand in der Schule Friedheim zu reduzieren, wie Stefan Wiegand, Leiter des Bürgerbüros, gestern erläuterte.

Die zweite wichtige Neuerung betrifft alle Briefwähler, in diesem Jahr vermutlich um die 5000. Sie finden in ihren Unterlagen, die ihnen die Stadt auf Anforderung zuschickt, ein DIN-A 4-Blatt, das auf den ersten Blick ungewohnt erscheint und sogar nach einem klassischen deutschen Behördenschrieb aussieht. Es ist eine Anleitung zur Briefwahl in einfacher Sprache. „1. Füllen Sie den Stimm-Zettel allein aus. Lassen Sie keine andere Person zusehen.“ So einfach kann man das geheime Wahlrecht erklären. Einzige Irritation: Der in der Anleitung erwähnte blaue Umschlag ist grau. Da kann selbst Oliver Hillebrand nichts machen, im Bürgerbüro seit Jahren für alle Wahlen verantwortlich: „Der kommt vom Land.“

Alle rund 71  000 Wahlberechtigten sind mit einer weiteren Neuerung konfrontiert: Der eigentliche Stimmzettel ist größer als sonst bei einer Landtagswahl. Er hat das Format DIN-A 3, ist aber etwas länger. Erstmals sieht man rechts neben den 13 Parteien, die zur Wahl zugelassen sind, die farbigen Logos. „Das macht die Auswahl prägnanter und präsenter“, sagt Oliver Hillebrand. Lediglich der Einzelkandidat Hans-Peter Farysej hat kein eigenes Logo.

Wählen kann man schon seit dem 27. März, und zwar in Raum E67 des Rathauses. Das gilt dann auch als Briefwahl. Wer sich dafür entscheidet, kann – erstmals auch ganz ohne Begründung – ab sofort die Briefwahl beantragen – wie üblich per Post, aber auch ganz einfach online über die Homepage der Stadt. „Das machen rund 40 Prozent der Briefwähler“, hat Hillebrand ausgerechnet. Die Unterlagen werden notfalls an jeden Ort der Welt verschickt; Anfragen von Flensburgern aus Thailand und den USA seien schon gekommen. Die eigentliche Wahl kann man noch nicht im Internet treffen. Hillebrand glaubt, dass dies in Deutschland auch noch viele Jahre auf sich warten lassen wird.

Mit 52,9 Prozent war die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2012 extrem niedrig. Hillebrand und Wiegand hoffen auf eine Steigerung am 7. Mai. Erstmals darf man bei einer Landtagswahl mit 16 Jahren wählen. Das und der Einwohnerzuwachs sind der Grund für eine im historischen Vergleich mit rund 71  000 sehr hohe Zahl an Wahlberechtigten. 1958 gab es mit 73  122 noch mehr, 1971 durften 71  557 Flensburger ihr Kreuzchen machen. 

Die Flensburger Kandidaten der im Landtag vertretenen Parteien sowie die Parteien, die nach Umfragen Chancen haben, die Fünf-Prozent-Hürde zu meistern, werden ab Dienstag im Tageblatt vorgestellt.

Direktkandidaten Flensburg

Diese neun  Direktkandidaten kämpfen um das Flensburger Landtagsmandat (Erststimme): Arne Rüstemeier (CDU), Heiner Dunckel (SPD), Rasmus Andresen (Grüne), Christian Dirschauer (SSW), Kay Richert (FDP), Gabi Ritter (Linke), Hans-Joachim Rotermund (Piraten), Andreas Tappe (Liberal-Konservative Reformer LKR, früher: Alfa)  und der parteilose Hans-Peter Farysej. Die AfD hat keinen Flensburger Direktkandidaten.

 

 

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